Ärger über Dokumentation

Elisabeth II. kritisiert die BBC

Von Jochen Buchsteiner, London
23.11.2021
, 18:23
Laut Zeitungsberichten haben die Royals gedroht, von künftigen Projekten mit der BBC abzusehen, nachdem es Beratern nicht erlaubt worden war, den Film vor der Ausstrahlung anzusehen.
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Einen BBC-Dokumentation beleuchtet das Verhältnis der Prinzen William und Harry zu den Medien. Im Königshaus stößt das auf Kritik: Es sei enttäuschend, wenn unbegründete Anschuldigungen als Fakten präsentiert werden, heißt es.
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Das britische Königshaus hat sich über eine Dokumentation der BBC beklagt, in der das Verhältnis der Prinzen William und Harry sowie deren Beziehungen zu den Medien ausgeleuchtet werden. „Eine freie, verantwortliche und offene Presse ist wichtig für eine gesunde Demokratie, aber zu oft werden aufgeblasene und unbegründete Anschuldigungen von nicht benannten Quellen als Fakten präsentiert, und es ist enttäuschend, wenn ihnen jemand, darunter auch die BBC, Glauben schenkt“, hieß es in einer ungewöhnlichen Erklärung, die gemeinsam von den Presseabteilungen der Königin, des Kronprinzen Charles und des Prinzen William auf­gesetzt wurde.

Sie wurde am Ende der Dokumentation „The Princes and the Press“ eingeblendet, deren erste Folge der öffentliche Sender am Montag ausstrahlte. Im Film wurde unter anderem der Vorwurf erhoben, dass es einen heimlichen Vertrag zwischen den Royals und einigen Medien gebe, demzufolge Journalisten Zugang erhalten im Austausch für positive Berichterstattung. Das für sich genommen dürfte noch kein Anlass für große Em­pörung sein, weil es ein Prinzip beschreibt, das in vielen Bereichen, nicht zuletzt in der politischen Berichterstattung, Anwendung findet.

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Das Königshaus dürfte sich eher an der Darstellung gestoßen haben, dass sich Prinz Harry diesem Geschäft entzogen habe und deshalb Opfer von negativer Berichterstattung geworden sei, die wiederum von Hofberatern gefüttert wurde. Die Dokumentation insinuiert, dass dies auch ein Hintergrund für die negative Darstellung von Harrys Ehefrau Meghan sei, über die einige Zeitungen mit „rassistisch auf­geladenen Bildern“ geschrieben hätten. Zu Wort kam unter anderem die Anwältin Jenny Afia, die Meghan vertritt und die Vorwürfe zurückwies, die Herzogin habe in ihrer Zeit in London Palast­personal gemobbt. Dies sei „falsch“, sagte Afia. Auch das Narrativ, die Herzogin sei „schwierig im Umgang“, treffe nicht zu.

Am königlichen Hof läuft seit Monaten eine interne Untersuchung über Meghans Verhalten und von Mitarbeitern erhobene Mobbing-Vorwürfe. Laut Zeitungsberichten haben die Royals gedroht, von künftigen Projekten mit der BBC abzusehen, nachdem es Beratern nicht erlaubt worden war, den Film vor der Ausstrahlung anzusehen.

Quelle: F.A.Z.
Jochen Buchsteiner - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Jochen Buchsteiner
Politischer Korrespondent in London.
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