FAZ plus ArtikelUnter dem Schleier der Zensur

Wie die #MeToo-Debatte China erreicht

Von Friederike Böge, Peking
10.04.2018
, 15:09
Studentinnen und Studenten stehen in China unter hohem Druck, das Studium erfolgreich abzuschließen. (Symbolbild)
Ein zwanzig Jahre zurückliegender Selbstmord entfacht in China eine Diskussion über sexuellen Missbrauch an Universitäten. Die Debatte wird von der Zensur stark eingeschränkt. Wie viel #MeToo vertragen die auf „Harmonisierung“ getrimmten Chinesen?
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Seit Monaten schwelt in China eine durch die Zensur stark einschränkte Debatte über den Umgang mit sexuellem Missbrauch an den Universitäten des Landes. In mehreren offenen Briefen hatten Professoren und Studenten einen besseren Opferschutz verlangt. Doch lange geschah nichts. Ausgerechnet ein 20 Jahre zurückliegender Selbstmord hat die Diskussion nun neu entfacht und in den betroffenen Hochschulen Betriebsamkeit hervorgerufen.

Die Peking-Universität teilte am Sonntag mit, dass sie eine Institution schaffen werde, die im Falle von Missbrauchsvorwürfen Nachforschungen anstellen und zugleich Prävention und Aufklärungsarbeit betreiben soll. Über einen Entwurf mit entsprechenden Regularien sei bei einer Fachkonferenz am Sonntag beraten worden. Nach Angaben von Aktivisten wäre die Peking-Universität damit die erste Hochschule des Landes mit einer solchen Meldestelle. Sie sprachen von einem „historischen Tag“.

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Quelle: F.A.Z.
Friederike Böge
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
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