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Parkplatznot und Drohnenverbot

Wenn die Obamas die Clooneys am Comer See besuchen

Von Matthias Rüb, Rom
23.06.2019
, 10:39
Langjährige Freundschaft: Schauspieler George Clooney (links) und Barack Obama (damals noch Präsident) unterhalten sich im Oktober 2010 im Garten des Weißen Hauses in Washington über die Lage in Sudan. Bild: Picture-Alliance
Die Obamas und ihre Töchter machen beim Urlaub an der Riviera einen Abstecher zu den Clooneys und deren Zwillingen am Comer See. Das legt die kleine Gemeinde Laglio lahm.

Am Wochenende herrschte in der „Hauptstadt der Welt“ noch größere Parkplatznot als gewöhnlich. Die Rede ist hier nicht von der Ewigen Stadt, denn den Ehrentitel „Caput Mundi“ hatte Rom vorübergehend an das Dörfchen Laglio am norditalienischen Comer See abgeben müssen. Jedenfalls hatte Roberto Pozzi, Bürgermeister der lombardischen 900-Seelen-Gemeinde, das Verhängen einer ganzen Reihe von temporären Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen mit dem Argument begründet, dass man für ein paar Tage „Caput Mundi“ sei, wo bekanntlich andere Regeln gelten müssten als sonst wo auf der Welt.

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Konkret ging es um den Besuch des früheren Präsidenten Barack Obama samt Ehefrau Michelle und den Töchtern Malia und Sasha in Laglio. Und zwar in der Villa Oleander von Hollywoodstar George Clooney. Clooney verbringt seit Jahr und Tag einen guten Teil des Sommers in der 1720 erbauten Villa, die er 2002 von der Familie des amerikanischen „Ketchup-Königs“ John Heinz erworben hat – für zehn Millionen Dollar, wie es heißt. Zwei Jahre später kaufte Clooney die gegenüberliegende Villa Margherita dazu und ließ die beiden Prachthäuser mit einer Passerelle verbinden. Heuer ist Clooney mit Ehefrau Amal und den Zwillingen Ella und Alexander in Laglio. Die konnten in der Villa Oleander dieser Tage ihren zweiten Geburtstag feiern. Auch die Obamas verbringen ihren Sommerurlaub dieses Jahr wieder in Europa. Zu feiern gibt es bei ihnen den Schulabschluss der jüngeren Tochter Sasha an der Sidwell Friends School in Washington, im Herbst wird Sasha zum Studium nach Michigan gehen.

Per Privatflugzeug von der Riviera

An den Comer See kamen die Obamas am Samstag per Privatflugzeug via Mailand von der französischen Riviera, wo man sie unter anderem beim Lunch mit Rockstar Bono hatte beobachten können. Die Fahrzeugkolonne des früheren Präsidenten, der bis zum Ende seines Lebens von Beamten des Secret Service geschützt werden muss, umfasste nach italienischen Medienberichten ein Dutzend Fahrzeuge. Und die mussten nach der Fahrt vom Flughafen Malpensa nach Laglio geparkt werden, und zwar möglichst in der Nähe der Villa Oleander. Deshalb ließ Bürgermeister Pozzi den öffentlichen Parkplatz nahe der Clooney-Villa von Samstag bis Montag vollständig sperren. Auch für die Fahrzeuge der italienischen Polizei, die ihrerseits mit einer Hundestaffel und zahlreichen Beamten im Einsatz war, brauchte es Platz. Außerdem wurde vorübergehend der Zugang zum Seeufer nahe der Villa Oleander gesperrt, auch das Baden und Bootfahren in einem Radius von hundert Metern vom Ufer wurde verboten, ebenso das Betreiben von Drohnen. Verstöße gegen die Sicherheitsvorkehrungen, die bis zur Abreise der Obamas am Montagabend in Kraft bleiben, sollten mit einer Geldstrafe von 500 Euro geahndet werden.

Am Samstagabend veranstalteten Amal und George Clooney im Grand Hotel Tremezzo eine Spendengala mit den Obamas für die „Clooney Foundation for Justice“, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte in aller Welt einsetzt. Nach dem Abendessen konnten die Gäste das Feuerwerk auf Comacina, der einzigen Insel im Comer See, bewundern.

Bürgermeister Pozzi entschuldigte sich bei seinen Mitbürgern für die Unannehmlichkeiten und die Einschränkungen am Wochenende. Dies sei der Preis, den man in Laglio für so einen berühmten Nachbarn – und seit 2004 Ehrenbürger – nun einmal bezahlen müsse. Da dürften ihm die meisten Leute in Laglio zustimmen: Die gelegentliche Anwesenheit der Clooneys ist ein unschätzbarer Werbeeffekt für die kleine Gemeinde und den gesamten Comer See: mehr Tagesausflügler, mehr Übernachtungen, mehr Restaurantbesucher, auch höhere Immobilienpreise. Marketingfachleute wollen ermittelt haben, dass der „Clooney-Effekt“ den Wert der Marke Laglio seit 2002 um 178 Prozent gesteigert hat. Über einen zusätzlichen „Obama-Effekt“ seit dem Wochenende gab es vorerst keine belastbaren Forschungsergebnisse.

Quelle: FAZ.NET
Matthias Rüb
Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.
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