Die Drachen sind los

„Dragomino“ ist Kinderspiel des Jahres

Von Othmara Glas
14.06.2021
, 13:27
Süße Drachenbabys, die überzeugen: Das Dominospiel „Dragomino“ hat den Kritikerpreis „Kinderspiel des Jahres 2021“ gewonnen.

Eine eigene Insel voller Drachen erschaffen: Das ist das Ziel von „Dragomino“, das den Kritikerpreis für das “Kinderspiel des Jahres 2021“, den sogenannten „Blauen Pöppel“, gewonnen hat. Dabei gilt es, sich süße Drachenbabys durch schlaues Legen von Plättchen zu erarbeiten. Doch nicht nur deren Niedlichkeit sicherte den ersten Platz.

„Dragomino“ ist eine kindgerechte Adaption des beliebten Erwachsenenspiels „Kingdomino“. Das Spiel habe vor allem mit seiner ganz niedrigen Einstiegsschwelle für kleinere Kinder überzeugt, sagte Jury-Koordinator Christoph Schlewinski vom Verein Kinderspiel des Jahres am Montag bei der Online-Verleihung in Bielefeld. „Denn Plättchen so aneinander legen, dass es farblich passt, ist für Kinder ab fünf Jahren genau richtig.“ Das Spiel habe ein tolles Gesamtpaket aus einem klassischen Spiele-Mechanismus, der völlig kindgerecht aufgebaut wird und ihnen dabei eine spannende und immer wieder neue Geschichte erzähle, ergänzte Jury-Mitglied Stefan Gohlisch.

Bei „Dragomino“ müssen die Spieler mit Legekarten eine eigene kleine Insel aus verschiedenen Landschaften bauen. Wie beim klassischen Domino sollen die Landschaften zueinander passen. Dann verdienen sich die Spieler ein Drachenei. Darin kann entweder ein kleines Drachenbaby sein, das Punkte bringt, oder das Ei ist leer.

Schöpfer unter Spieleentwicklern keine Unbekannten

Das Spiel haben die französischen Autoren Bruno Cathala sowie Marie und Wilfried Fort entwickelt. In der deutschsprachigen Version ist „Dragomino“ bei Pegasus-Spiele erschienen. Cathala hatte schon 2017 mit „Kingdomino“ die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ gewonnen. Seit Anfang der 2000er ist er einer der erfolgreichsten Spieleentwickler, hat schon etliche Preise erhalten. Mit Kinderspielen hatte er bisher allerdings wenig zu tun. „Mein Kopf ist zu kompliziert für Kinder“, scherzte er bei der Online-Preisverleihung. So kam es zu der Zusammenarbeit mit Marie und Wilfried Fort, denn das Paar hat sich auf die Entwicklung von Kinderspielen spezialisiert.

Sie waren gleich zwei Mal für den Kritikerpreis nominiert, auch ihr Kartenspiel „Fabelwelten“ war im Rennen um den „Blauen Pöppel“. Außerdem stand das Merkspiel „Mia London“ von Antoine Bauza und Corentin Lebrat auf der Liste. Insgesamt hatte die Jury aus Fachjournalisten gemeinsam mit Kindern und Familien rund 100 Spiele für Drei- bis Achtjährige gespielt und begutachtet. Normalerweise werden die drei Spiele vor der Bekanntgabe von Schulklassen in Hamburg vorgestellt. Coronabedingt wurde der Sieger in diesem Jahr stattdessen im Livestream bekannt gegeben.

Der „Blaue Pöppel“ wird seit 2001 jährlich vergeben. Damals war das Goldwäscher-Spiel „Klondike“ von dem Basler Spielautorenpaar Stefanie Rohner und Christian Wolf das erste „Kinderspiel des Jahres“. Dieses Mal fiel die hohe Konzentration von französischen Autoren auf: Sechs von zehn Spielen, die 2021 auf der Shortlist standen, kommen aus Frankreich.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Glas, Othmara
Othmara Glas
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