Im Alter von 81 Jahren

Fürstin Marie von und zu Liechtenstein nach Schlaganfall gestorben

Von Johannes Ritter, Zürich
22.08.2021
, 16:47
Frau Fürstin Marie mit ihrem Ehemann Fürst Hans-Adam II. im August 2017
Nach einem Schlaganfall am Mittwoch habe sich ihr Zustand stetig verschlechtert, teilt das Fürstentum mit. Die Fürstin galt als sozial sehr engagiert und kunstaffin. Zuletzt war sie nur noch selten öffentlich aufgetreten.
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Fürstin Marie Aglaë Bonaventura Theresia von und zu Liechtenstein ist tot. Die Ehefrau von Fürst Hans-Adam II. starb am Samstag mit 81 Jahren in einem Krankenhaus im schweizerischen Grabs. Dies teilte das Sekretariat des Fürstentums mit. Die Fürstin hatte am Mittwoch einen Schlaganfall erlitten. Seither habe sich ihr Gesundheitszustand stetig verschlechtert. Sie sei „im Beisein der Familie und nach Empfang der heiligen Sterbesakramente friedlich und in großem Gottvertrauen entschlafen“.

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Die Fürstin wurde 1940 in Prag als Tochter des Grafen Ferdinand Carl Kinsky von Wchinitz und Tettau und der Gräfin Henriette, geborene Gräfin von Ledebur-Wicheln, geboren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Marie und ihre Familie aus der Tschechoslowakei vertrieben. Die Familie siedelte nach Deutschland um, wo Comtesse Kinsky zunächst die Schule und hernach ein Studium an der Akademie für Gebrauchsgraphik in München absolvierte. Im Juli 1967 heiratete sie den damaligen Erbprinzen Hans-Adam. Das Paar hat vier Kinder. Fürst Hans-Adam II. ist formal immer noch das Staatsoberhaupt Liechtensteins. Die „operative Führung“ des Zwergstaats mit seinen 39.000 Einwohnern hat er aber schon 2004 an seinen ältesten Sohn und Thronfolger Erbprinz Alois übergeben.

Wie die gesamte Fürstenfamilie, die als reichste Adelsfamilie Europas gilt, führte Fürstin Marie ein zurückhaltendes, skandalfreies Leben. Als Landesfürstin kam sie zahlreichen sozialen Aufgaben nach, unter anderen als Ehrenpräsidentin des Liechtensteinischen Roten Kreuzes und Schirmherrin der Stiftung des Vereins für Heilpädagogische Hilfe. Nach der Übergabe der Regierungsverantwortung an ihren Sohn sagte sie in einem Interview mit der Zeitung Liechtensteiner Vaterland: „Man hat weniger Zeit als vorher, da man das Dreifache an Aufgaben bekommt. Und jünger wird man ja auch nicht. Es ist schon noch sehr viel, aber man ist auch dankbar, wenn man helfen kann. Das gehört auch zu meinen großen Freuden.“

Über den Alltag des Lebens im – schwer heizbaren – Schloss, das auf einer Felsterrasse über dem Hauptort Vaduz thront, sagte die kunstsinnige, gläubige Landesfürstin: „Manchmal träumt man schon von einem kleinen Waldhäuschen. Es ist jedenfalls sicher nicht immer leicht, wie alles im Leben. Es gibt wunderschöne Seiten, aber auch schwere.“

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Quelle: dpa
Autorenporträt / Ritter, Johannes
Johannes Ritter
Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.
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