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„Game of Thrones“

Warum ich mich auf die achte Staffel freue

Von Marvin Ziegele
 - 11:50

„Mittelalter“, „Fantasy“ oder „Action“ – das waren die ersten Stichworte, die ich über „Game of Thrones“ hörte, die ersten drei Staffeln waren damals bereits gelaufen. Hm. Als ich dann schließlich hörte, dass die Welt von „Game of Thrones“ an die Rosenkriege des Mittelalters angelehnt sein soll, entschloss ich mich, dem Ganzen eine Chance zu geben. Und es war eine gute Entscheidung.

Meine Eindrücke nach der ersten Staffel: Viel Gewalt, viel Sex, viele Intrigen. Das faszinierendste ist definitiv, dass den Machern der Serie bzw. dem Autor George R.R. Martin das Konzept „die Guten überleben, die Bösen sterben“ völlig fremd zu sein scheint. „Valar Morghulis“ ist eine wiederkehrende Grußformel der Serie und bedeutet „Alle Menschen müssen sterben“. Klingt nach einer Binsenweisheit , war aber einer der ersten Gründe, warum ich „Game of Thrones“ zu lieben lernte: Jeder Charakter, an den ich mein Herz klammerte, war zu jeder Zeit dem Tode geweiht. Es war frustrierend und erfrischend zugleich.

Die Hauptstadt „Königsmund“ entwickelte sich schnell zu meinem Lieblingsschauplatz. Hier wurden leidenschaftliche Liebe, verzweigte Intrigen und tiefer Hass zu einem meisterlichen Netz verknüpft. Seien es die komplexen politisch motivierten Dialoge zwischen Lord Petyr Baelish und Lord Varys, die diplomatische Finesse des Tyrion Lannister oder die gutherzige, aber hochgradig manipulative Art von Margaery Tyrell. Archetypen finden sich dabei kaum: Die Figuren sind ambivalent, ihr Motive und Handlungen oft nicht einseitig zuzuordnen. Als Zuschauer lernt man jede Seite der Figuren kennen: Wie den anfangs schnöseligen und unerträglichen Jaime Lannister, der sich später zu einem Sympathieträger mausert, oder die zunächst jugendlich naive Sansa Stark, die später zu einer der mächtigsten Frauen von ganz Westeros wird. Überhaupt: In „Game of Thrones“ verkörpern Frauen starke Figuren.

Verstörende Faszination

Sicherlich bricht „Game of Thrones“ mit der exzessiven Darstellung von Sex und Gewalt jede Menge Tabus. Aber mal ehrlich: Die Enttabuisierung hat dabei etwas faszinierendes, viele Szenen betrachte ich mit einer Mischung aus Ekel und Neugier. Sowohl der Sex als auch die grausame Gewalt sind für mich allerdings Nebenprodukte der mitreißenden Handlung und verdeutlichen die Zeit und die Lebensumstände, in denen die Serie angesiedelt ist – und die sich zumindest so ähnlich auch an manchen Kriegsschauplätzen in der Vergangenheit abgespielt haben.

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„Game of Thrones“ - Staffel 8

Außerdem ist Gewalt nicht für alle Machthungrige in Westeros das bevorzugte Mittel der Problemlösung – Charaktere, wie der amtierende König des Nordens, Jon Schnee, plädieren auch immer wieder für eine gewaltfreie Lösung von Konflikten. Statt sich zu bekriegen versucht Schnee stets, die verfeindete Gruppe unter einem Banner zu vereinen. Auch der übergeordnete Handlungsstrang, die Bedrohung durch die Weißen Wanderer aus dem Norden, macht dem Zuschauer immer wieder deutlich, dass die kleinen Kriege und Streitereien unter den Mächtigen von Westeros im Angesicht der viel größeren Gefahr unbedeutend sind. Die Präsentation der Gewalt schafft dazu eine Metaebene, die den Zuschauer eben nicht nur berührt – sondern ihm wehtut.

Abgesehen davon ist die Serie unglaublich gut inszeniert. Angefangen bei den großartigen Landschaften von Irland, Kroatien oder Island – die Szenerie der Serie kann sich definitiv mit den wunderschönen Aufnahmen und der Kameraarbeit der „Herr der Ringe“-Trilogie messen.

Darüber hinaus werden hunderte Statisten, Tiere, Kettenhemden und Schwerter für die Schlachten der Serie genutzt, die für ein einziges Spektakel sorgen. Zu der aufwendigen Ausstattung kommen unzählige Maskenbildner, die Untote oder die wilden Dothraki großartig in Szene setzen. Und nicht zu vergessen die fantastischen CGI-Effekte, die gigantische, feuerspeiende Drachen an den Himmel zaubern.

Fleißige Fangemeinde

Auch die „Game of Thrones“-Fanbase trägt zum Erfolg der Serie bei, die begeisterten Anhänger tragen beeindruckende Beobachtungen zusammen. Der Spaß an der Spekulation ist omnipräsent. Die Serie erweckt wie kaum eine andere mit ihrem weit versponnenen Handlungsnetz den Eindruck, als hinge alles miteinander zusammen. Kleine, für den gewöhnlichen Zuschauer unbedeutende Details spielen in den Fan-Theorien eine große Rolle, in Podcasts wird fleißig darüber debattiert, was die Handlung eines jeden Charakters für das große Ganze bedeuten könnte.

Am Ende wartet jeder Zuschauer gespannt darauf, ob an der von ihm favorisierten Theorie auch nur ein Quäntchen Wahrheit dran ist und er den „Ich habs doch gewusst!“-Moment erlebt. Auch ich bin gespannt, ob ich mit meiner persönlichen Prognose Recht behalte – und kann den Start von Staffel 8 kaum erwarten.

So begeistert ist nicht jeder – lesen hier, warum unsere Autorin bei der finalen Staffel den Fernseher aus lässt.

Quelle: FAZ.NET
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