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Connie Culp mit 57 gestorben

„Sie war eine unglaublich mutige Frau“

Aktualisiert am 01.08.2020
 - 16:51
Connie Culp war 2011 bei Markus Lanz zu Gast.
Es war ein spektakulärer Eingriff und ein bewegendes Schicksal: 2008 war Connie Culp die erste Amerikanerin, der erfolgreich Teile eines Gesichts transplantiert wurden. Nun ist sie im Alter von 57 Jahren gestorben.

Sie war die erste Amerikanerin, der vor mehr als zehn Jahren erfolgreich große Teile eines Gesichts transplantiert wurden. Ende Juli Connie Culp im Alter von 57 Jahren gestorben, wie die Cleveland Klinik am Freitag mitteilte. In einem Statement auf Twitter hieß es: „Wir sind tief bestürzt. Sie war eine Inspiration für uns alle in der Klinik.“ Nähere Angaben zum Zeitpunkt des Todes und den Umständen machte das Krankenhaus zunächst nicht.

Der damals 45 Jahre alten Connie Culp wurde im Jahr 2008 während einer 22 Stunden andauernden Operation in der Cleveland Klinik im Bundesstaat Ohio das Gesicht einer kurz zuvor verstorbenen Frau transplantiert. Es war der erste Eingriff dieser Art in den Vereinigten Staaten und erst der vierte und bis dahin wohl umfangreichste weltweit.

Vier Jahre zuvor hatte Culps damaliger Ehemann ihr in Tötungsabsicht ins Gesicht geschossen. Er wurde später zu sieben Jahren Haft verurteilt. Culp überlebte, die Kugel zerstörte jedoch ihre Nase, die Wangen, den Oberkiefer und ein Auge. Atmen konnte sie zeitweise nur über einen Schlauch, der durch ihre Luftröhre geführt wurde. In mehr als 30 Operationen entfernten die Ärzte zunächst Fragmente von Knochen und der Kugel aus Culps Gesicht. Später entnahmen sie Teile ihrer Rippen und ihres Oberschenkelknochens um daraus neue Wangen- und Kieferknochen zu formen.

Alleine Atmen und feste Nahrung zu sich nehmen konnte Culp jedoch erst nach der Transplantation, bei der 80 Prozent ihres Gesichts mit Knochen, Muskeln, Nerven, Haut und Blutgefäßen aus dem Gesicht der Organspenderin ersetzt wurden. Da es sich um einen experimentellen Eingriff handelte, übernahm die Klinik die Kosten in Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar.

Culp, Mutter von zwei Kindern, machte sich in den folgenden Jahren unter anderem für Opfer von häuslicher Gewalt und Entstellungen sowie für Organspende stark. Ihrem früheren Mann hat sie nach eigenen Angaben verziehen. Von ihrer Schwester wurde Culp in Interviews als Mensch beschrieben, der sich nicht unterkriegen lässt und mit jeder Situation einen humorvollen Umgang findet.

„Connie war eine unglaublich mutige, lebendige Frau und eine Inspiration für viele“, würdigte sie auch Frank Papay, Leiter des Instituts für Plastische Chirugie der Cleveland Klinik, nach ihrem Tod. „Sie war eine große Pionierin, und ihre Entscheidung, sich dieser manchmal entmutigenden Prozedur zu unterziehen, ist ein Geschenk für die Menschheit.“

Quelle: jant.
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