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FAZ plus ArtikelHate Speech auf Twitter

Die Verrohung nimmt kein Ende

Von Marie von den Benken
Aktualisiert am 22.05.2020
 - 11:28
„Hass ist keine Meinung“ - dieses Schild ist bei einer Parade gegen Rassismus und Hate Speech 2018 zu sehen.
Twitter ist längst kein soziales Medium mehr, Gewaltandrohungen und Beleidigungen sind heute an der Tagesordnung. Wie kam es so weit? Und was kann man tun? Ein Gastbeitrag.

Der 16. April 2011 war ein Samstag. Ich war drei Tage vorher 21 Jahre alt geworden. In New York durfte ich jetzt offiziell in Bars, das musste gefeiert werden. Ich hatte also seit dem Nachmittag schon 23 Outfits ausprobiert und mich dann drei Folgen „Mad Men“ lang geschminkt – nur um zwei Stunden später bereits wieder zu Hause zu sein. Trotzdem veränderte sich mein Leben in dieser Nacht.

Irgendwann tief in der Nacht, das kleine Schwarze längst gegen eine zu weite Jogginghose und ein zu kurzes Ramones-Shirt getauscht, entschied ich: Wenn der Abend schon enttäuschend werden sollte, dann richtig. Ich scrollte also durch Geburtstagswünsche auf Facebook. Hauptsächlich Emojis von Menschen, die ich nicht kannte. Das ist wahrscheinlich das Unangenehmste an Social Media, dachte ich. Eine fatale Fehleinschätzung.

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