Feuer in Rom

Trockenheit führt zu zahlreichen Bränden

Von Christian Schubert, Rom
06.06.2022
, 15:39
Die Brände auf den Grünflächen in Rom breiten sich in der Hitze schnell aus.
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Meterhohe Flammen und Rauch zwischen Wohnhäusern: Wegen der Trockenheit brennen in der italienischen Hauptstadt zahlreiche Grünflächen – auch weil illegale Müllhalden den Feuern Nahrung bieten.
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Rom brennt – diesen Eindruck konnte man am Pfingstwochenende gewinnen, als die Feuerwehr in der Provinz der Hauptstadt innerhalb von 24 Stunden mehr als 120 Mal ausrücken musste. Dieses Jahr setzt die Hitze früh ein. Ungepflegte Grünflächen, auf denen das vertrocknete Gras hoch ausgewachsen ist, geraten in Brand. Dass die Feuer schon Anfang Juni ausbrechen, ist ein un­gewöhnliches Phänomen für eine Stadt, die damit sonst eher im Juli und August konfrontiert ist.

Südlich des Stadtzentrums brannte am Sonntag ein 40 Hektar großes Grundstück mit Bäumen und Büschen zwischen der Via Cristoforo Colombo und der Via Laurentina in der Nähe des Konferenzgeländes EUR komplett ab. Meterhoch schlugen die Flammen direkt neben den stark befahrenen Durchgangsstraßen hoch. An der Via Lauren­tina wehte der Wind den Rauch stundenlang auf die nahe gelegenen Wohnhäuser. Bewohner rannten mit Gießkannen und Eimern umher, um das Feuer zu löschen. Zwei Feuerwehrwagen trafen mit erheblicher Verspätung ein, konnten jedoch nicht viel ausrichten. Schließlich wurde ein Löschhubschrauber mit einem Außenlastbehälter eingesetzt, der mehrere Stunden seine Kreise drehen musste, bis das Feuer vollständig gebändigt war.

© Christian Schubert

Feuer finden durch Müll zusätzlich Nahrung

„Jedes Jahr brennt es hier, die Stadt kümmert sich einfach nicht um die Grünflächen“, klagte eine Anwohnerin. In der Tat sind die öffentlichen Grün­flächen in Rom oft schlecht gepflegt, das vertrocknete Gras steht hoch. Im Unterholz breiten sich die Feuer leicht aus, zumal wenn sie durch Müll zusätzliche Nahrung finden. Illegale Müllhalden sind ein großes Problem. Derzeit diskutieren Stadt und Gemeinden über eine Müllverbrennungsanlage, doch die zur Regierung zählende Fünf-Sterne-Partei stellt sich aus Umweltgründen dagegen.

© Christian Schubert

Am Tag zuvor brannte an der Via Laurentina ein Bus aus. Viele städtische Busse sind alt, ebenfalls schlecht instandgehalten und fangen etwa aufgrund von Ölverlust nicht selten Feuer. Wenn die Feuerwehr eintrifft, stehen die Fahrzeuge oft schon in Flammen. Zwischen 2016 und 2021 kam es in Rom zu rund 250 Bränden der „Flambus“, wie die Italiener sagen. Seit Jahresbeginn wurden in der Hauptstadt sechs solcher Vorfälle verzeichnet.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schubert, Christian
Christian Schubert
Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.
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