Ärger über Helge Schneider

Veranstalter schaltet nach Showabbruch Anwalt ein

25.07.2021
, 12:56
Helge Schneider: „Ich will kein Scheiß-Konzert geben.“ (Archivbild)
Bei einem Konzert in Augsburg macht Helge Schneider seinem Ärger über die Gastronomiemitarbeiter Luft, die das Publikum bedienen – und verlässt die Bühne. Die Aktion könnte zu einem Rechtsstreit führen.

Der Abbruch eines Konzertes durch Helge Schneider in Augsburg könnte für den Künstler in einem Rechtsstreit enden. Der Veranstalter habe einen Anwalt eingeschaltet, sagte die Sprecherin des Unternehmens für die Festivalreihe in Augsburg und Rosenheim, Birgit Gibson, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Nun werde etwa geprüft, ob Schneider Schadenersatz leisten müsse.

„Wenn Herr Schneider sagt, er bekommt kein Feedback vom Publikum, dann muss er sich fragen, ob es vielleicht an ihm liegt“, sagte Gibson.

Der 65-Jährige („Katzeklo“) hatte am Freitagabend bei dem Festival „Strandkorb Open Air“ seine für 90 Minuten angesetzte Show abgebrochen, weil ihn herumlaufende Menschen störten. „Ich muss sagen, das geht mir ziemlich auf den Sack. Ich habe keine Lust mehr“, sagte er auf der Bühne, wie in einem Video bei Youtube zu sehen ist. „Also ich breche die Strandkorb-Konzerte an dieser Stelle ab. Es tut mir sehr leid. Vielleicht könnt Ihr Euer Geld wiederkriegen. Das macht wirklich keinen Spaß. Man kriegt keinerlei Kontakt zum Publikum. Hier laufen auch andauernd Leute rum. (...) Bitte habt Verständnis dafür: Ich als Künstler kann unter diesen Umständen überhaupt nichts mehr machen.“

Bevor er die Bühne verließ, sagte Schneider noch: „Das System ist einfach fadenscheinig und dumm.“ Ob er damit auf die Corona-Auflagen in der Pandemie etwa für Künstler anspielte, wurde nicht deutlich.

„Ich spule nicht einfach nur ab“

Am Samstag erklärte Schneider sein Verhalten auf Twitter: „Ich habe es abgebrochen aufgrund massiver Störungen seitens der Gastronomie, die ihre Mitarbeiter immer an der Bühne vorbeischickten, um das Publikum mit Getränken zu versorgen.“ Er habe sich abgelenkt gefühlt und erst später erfahren, dass diese Menschen andere bedienten.

„Ich muss ehrlich sein. Ich will kein Scheiß-Konzert geben. Und ich spule auch nicht einfach nur ab. Sondern ich erfinde während des Konzerts auch Sachen. Ich will ja auch Leute begeistern“, sagte er in einem Video bei Twitter weiter und bedankte sich bei denjenigen, die seine Entscheidung respektiert hätten.

Veranstalter-Sprecherin Gibson sagte dazu: „Das Konzept ist jedem Künstler vorher bekannt.“ Schneider sei zudem schon bei dem Festival in Wiesbaden aufgetreten.

Ein Versuch des Veranstalters, mit Schneider nach dem abrupten Abbruch seiner Show zu sprechen, sei an dem Abend gescheitert. Man hätte sogar das Bewirten eingestellt, wenn Schneider weitergemacht hätte, sagte Gibson. Bislang warte der Veranstalter auf eine Stellungnahme des Entertainers, unter anderem dazu, wie es nun weitergehen soll. „Er war für acht Shows gebucht.“ Sechs Auftritte stehen also noch aus.

Schneiders Management war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Quelle: dpa
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