Mobbing-Anschuldigungen

Der Bericht über die Vorwürfe gegen Meghan bleibt unter Verschluss

Von Peter-Philipp Schmitt
30.06.2022
, 10:40
Wer hat wen gemobbt? Meghan warf der Königsfamilie Rassismus vor; Mitarbeiter des Palastes beschuldigen die Herzogin, sie gemobbt zu haben.
Der Palast hat die Anschuldigungen ehemaliger Mitarbeiter des Königshauses untersuchen lassen – will sie nun aber nicht veröffentlichen. Dafür wurde bekannt, wie viel Geld die Königin im abgelaufenen Haushaltsjahr ausgegeben hat.
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Die Anschuldigungen gegen Meghan, die Herzogin von Sussex, sie habe während ihrer Zeit in London zwei Mitarbeiter des Palastes dermaßen gemobbt, sodass diese gekündigt hätten, sind zwar untersucht worden. Die Ergebnisse des Berichts, der von vom Königshaus unabhängigen Anwälten erstellt wurde, bleiben allerdings bis auf Weiteres unter Verschluss. Die in den Fall involvierten Personen verdienten Vertraulichkeit, heißt es von Seiten des Buckingham-Palasts, wie unter anderen die BBC berichtet. Allerdings seien inzwischen Grundsätze und interne Abläufe geändert worden, von denen „alle Mitarbeiter und alle Mitglieder der Königsfamilie“ informiert worden seien.

Die Herzogin, die inzwischen mit ihrem Mann Prinz Harry und ihren beiden Kindern in den Vereinigten Staaten lebt, hatte die Vorwürfe stets bestritten. Es sei ungerecht, die Herzogin des Mobbings zu beschuldigen, wo sie doch selbst Opfer von Mobbing gewesen sei, teilten Meghans Sprecher vor einem Jahr mit, als die Vorwürfe bekannt wurden und die Untersuchung in Auftrag geben wurde. Die Anschuldigungen waren laut geworden, kurz bevor Meghan und Harry im Frühjahr 2021 der amerikanischen Moderatorin Oprah Winfrey ihr Interview gaben, in dem sie unter anderem Mitgliedern der Königsfamilie Rassismus und Mobbing vorwarfen.

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Die Königin gab knapp 119 Millionen Euro aus

Britische Medien hatten erwartet, dass die Untersuchungsergebnisse zu den Mobbing-Vorwürfen als Teil des alljährlichen Berichts über die Finanzen des Königshauses veröffentlicht würden, dem sogenannten Sovereign Grant. Er legt fest, dass der Königin 15 Prozent aus den Einnahmen des Kronguts („Crown Estate“) zustehen. Dazu gehören mehr als 250.000 Hektar Land, neben Feldern und Wäldern rund um Schloss Windsor unter anderem auch Offshore-Windparks und die Regent Street in London. Demnach bekam die Königin 86,3 Millionen Pfund (gut 100 Millionen Euro) im abgelaufenen Haushaltsjahr 2021/22, knapp 500.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Umgerechnet zahlt jeder Brite demnach etwa 1,50 Euro für sein Staatsoberhaupt.

Insgesamt gab die Königin knapp 119 Millionen Euro aus, rund 17 Millionen mehr als 2020/21. Ein Teil des Geldes stammt vor allem aus Eintrittsgeldern der nach dem Corona-Lockdown wieder geöffneten, königlichen Residenzen. Allein 64 Millionen Euro verschlangen die auf zehn Jahre angelegten Renovierungsarbeiten des Buckingham-Palasts, und das innerhalb von zwölf Monaten. Die teuerste Reise absolvierten Prinz William und Herzogin Catherine im Auftrag der Krone im März in die Karibik: Die einwöchige Tour durch Belize, Jamaika und auf die Bahamas kostete gut 260.000 Euro. Die erste „Nach-Corona-Reise“ des Thronfolgers und seiner Frau, Prinz Charles und Herzogin Camilla, im November nach Ägypten und Jordanien schlug mit 144.000 Euro zu Buche.

Insgesamt verzeichnet der Sovereign Grant mehr als 2300 offizielle Termine der Königsfamilie, 179 Mal wurde dabei ein Hubschrauber eingesetzt (Kosten: gut eine Million Euro), 24 Mal ein Flugzeug gechartert (325.000 Euro). Die Gehälter für die Mitarbeiter der Königin belaufen sich auf rund 28 Millionen Euro. Nicht aufgeführt sind die Privateinnahmen der Königin. Allein das Herzogtum Lancaster, die „Duchy of Lancaster“, mit mehr als 184 Quadratkilometer Grundbesitz in England und Wales, darunter Ackerflächen, Gewerbegebiete und Wohnbebauung, ist mit 26 Millionen Euro (2020/21) eine der Haupteinnahmequellen der Königin. Daraus hatte sie zuletzt auch ihren in Ungnade gefallenen Sohn Prinz Andrew unterstützt. Andrew und auch Prinz Harry profitieren nicht mehr vom Sovereign Grant, wie es ausdrücklich in dem Bericht heißt.

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Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Schmitt, Peter-Philip
Peter-Philipp Schmitt
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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