Mensch und Tier

Hunde geben uns Liebe

Von Julia Schaaf
25.10.2015
, 08:11
Nagellack auf Pudelkrallen, Yoga für Rottweiler: Heute sind Hunde oft Bezugspersonen oder gleich Kinderersatz. Was sagt das aus über unsere Gesellschaft?
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Die Veränderung in der Beziehung zwischen Mensch und Hund lässt sich zum Beispiel auf dem gestreiften Sofa der Familie Lauert in Berlin beobachten. Seit sieben Jahren gibt es im Leben von Branka Lauert keinen Tag ohne Leo. Natürlich schläft er bei ihr im Bett, und morgens begrüßt er sie, indem er ihr am liebsten das Gesicht ablecken würde. Das darf er nicht. Trotzdem bekommt er neuerdings Tabletten gegen Mundgeruch. Dann sagt Lauert zu ihrem Mops: „Jetzt stehen wir auf, dann machen wir Käffchen, dann gehen wir eine Runde. Und dann gibt’s Happa-Happa.“

Mittags gönnen die beiden sich eine Siesta. Abends sitzen sie auf dem gestreiften Sofa und schauen fern. Leo hockt dabei auf der Lehne und legt Lauert die Pfote auf die Schulter, was ihr erst kürzlich bewusst geworden ist, als ihr Arzt überlegte, ob die kratzige Stelle neben ihrem Hals von einer Allergie stammen könnte. Wenn Tiere im Fernsehen auftauchen, bellt Leo.

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Keinen Schritt, klagt Branka Lauert, könne sie ohne Leo tun, und es klingt nicht so, als ob sie ernsthaft unter dieser Belastung leide. Trägt sie Lippenstift auf, kommt er mit ins Bad. Kocht sie, sieht er zu. Auf den Balkon folgt er ihr jedes Mal. Branka Lauert, 66 Jahre alt, hat sich von ihrem letzten Freund getrennt, weil sie im Alter lieber allein sein wollte, als einen Opa mit Knieproblemen auf dem Sofa hocken zu haben. Über Leo sagt sie: „Er ist für mich Ersatz. Als Kind, als Mann, als alles. Er gibt mir Liebe.“

Nun könnte man einwenden, dass ältere Alleinstehende schon immer dazu neigten, ihre Pudel mit Leberwurst zu verwöhnen oder einen Dackel zum Lebensinhalt zu machen. Wäre da nicht Romeo. Romeo ist ein Jahr älter als Leo und der Grund dafür, dass Branka Lauert überhaupt einen Mops wollte - sie fand Romeo so süß. Er gehört Lauerts Tochter, einer berufstätigen Vierzigjährigen, die mittlerweile in der Schweiz zu Hause ist und gerade auf Besuch in Berlin. Vor drei Monaten hat Vanessa Lauert ihr erstes Kind bekommen, aber das sieht man ihr weniger an als der Herzogin von Cambridge. Perfektes Make-up, rotlackierte Fingernägel.

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Bei Bedarf ein Hüftgelenk

Als Romeo noch ein Welpe war und am liebsten ständig getragen worden wäre, kaufte Vanessa Lauert ein Wägelchen in einer Hundeboutique und fuhr ihn spazieren. Sie fand das schick, die japanischen Touristen in Zürich knipsten Fotos. Trotzdem hält sie nichts davon, ein Tier wie eine Handtasche mit sich herumzuschleppen wie einst Paris Hilton ihren Chihuahua. „Romeo ist ein Familienmitglied“, sagt Vanessa Lauert, „aber natürlich lasse ich ihn Hund sein. Er ist ein Hund und kein Accessoire.“

Sie sitzt auf dem gestreiften Sofa ihrer Mutter. Im rechten Arm hält sie ihr Baby, mit der linken Hand krault sie dem Mops das Fell. Sie höre gar nicht mehr, dass Romeo wie alle Möpse schnarche, sagt sie: „Und wenn, ist es eher beruhigend. Ich weiß, mein Hund liegt neben mir, und es geht ihm gut. Das ist genauso, wie wenn ich mein Kind atmen höre.“

Noch vor fünfzig Jahren lebte die Mehrzahl deutscher Köter angekettet auf Höfen und musste sich ihr Dasein als Wachhund verdienen. Heute fürchten gestandene Tierärzte, ihre Klientel zu verprellen, wenn sie einen Hund im Bett für unhygienisch erklären. Es gibt Restaurants, in denen man seinem vierbeinigen Gefährten Känguru mit Brokkoli oder Pute mit Reis bestellen kann. Altersschwache Tiere werden nicht mehr eingeschläfert, sondern frühzeitig mit einer geriatrischen Prophylaxe bedacht. Bei Bedarf gibt es ein neues Hüftgelenk oder Chemotherapie.

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Vermenschlichung als Gefahr

„In die Mensch-Tier-Beziehung hat sich die Philosophie der Verantwortung eingeschlichen“, sagt Thomas Blaha, emeritierter Professor für Veterinärmedizin, der Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz ist. Wo Hunde sich einst den Interessen des Menschen unterzuordnen hatten, sind zunehmend die Bedürfnisse des Tieres in den Blick gerückt.

Nicht dass sich das Tierschutzgesetz prinzipiell verändert hatte. Aber unsere Vorstellung von artgerechter Haltung hat sich deutlich ausgeweitet und umfasst heute neben der physischen Versorgung auch soziale und mentale Ansprüche. Allerdings sagt Blaha: „Es gibt nichts, was nur gut ist.“ Allmählich schlage das Pendel wieder in die andere Richtung aus. Nagellack auf Pudelkrallen, Yoga für Rottweiler, wellness for dogs: Die größte Gefahr für den Hund von heute ist seine Vermenschlichung.

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Die Entwicklung lässt sich mit Zahlen des Industrieverbandes Heimtierbedarf belegen: 6,8 Millionen Hunde gibt es in Deutschland, die Gesamtzahl schwankt kaum. Was jedoch seit Jahren steigt, sind die Ausgaben für Hundefutter. Insbesondere der Umsatz mit Belohnungsartikeln wächst. Dabei braucht kein Hund Leberwurstkekse oder fettreduzierte Sushi-Snacks, um satt und gesund zu sein. Das Leckerli steht für Beziehungspflege. 453 Millionen Euro für Snacks im Jahr 2014, ein Plus von 5,8 Prozent. Die Intensität der Bindung wächst.

Berlin-Führer für Hundehalter

„Mit diesem Hund wird jetzt alles perfekt“, dachte sich Alexander Schug, als er sich Otto anschaffte, einen Schokoladen-Labrador. Während der Hundehipster von heute mit Vorliebe Straßenhunde aus Südeuropa rettet, fand Schug es verantwortungsvoller, 1500 Euro in ein Rassetier aus seriöser Zucht zu investieren, dessen freundliches Gemüt er für großstadttauglich hielt.

Kati war ihm schließlich noch in schlechter Erinnerung: der „Stresshund“ seiner Kindheit. Mal abgesehen davon, dass in den Achtzigern niemand Hundehaufen beseitigt oder an der Qualität von Dosenfutter gezweifelt hätte, war Kati so schlecht erzogen, dass sie sich als Chefin der Familie aufführte und ihn, den Jüngsten, gelegentlich biss.

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Mit Otto ging Schug in die Welpenschule und zum Hundetrainer. Er las Ratgeber und brachte den Kindern in seinem Umfeld bei, die Signale des Tieres richtig zu deuten. „So viel Aufwand muss man in ein Tier stecken“, ist der Einundvierzigjährige überzeugt. Und weil es ohnehin zu ergründen galt, was man beim Busfahren mit Hund beachten muss und wo es Waldgebiete zum Herumtollen gibt, stellte der promovierte Historiker den ersten Berlin-Führer für Hundehalter zusammen.

„Ganz neuer Zugang zur Natur“

Daraus ist eine Serie entstanden, mit „Fred & Otto“ hat Schug eigens einen Verlag gegründet. „Der Hund hat mich transformiert“, sagt er. Morgens geht er jetzt zu Fuß ins Büro, tagsüber pennt der Labrador neben seinem Schreibtisch. Spätestens gegen Nachmittag fordert Otto seinen Spaziergang im Park. Und am Wochenende geht es mit den neuen Hundefreunden nach Brandenburg zelten anstatt abends in die Kneipe. Schug findet: „Man ist insgesamt energiegeladener und produktiver.“

Außerdem kennt der Autor jetzt die Hundeszene in Deutschland: Die Halter in Hamburg, Düsseldorf und München lieben es schicker als in der Hauptstadt, wo man gerne betont lässig tut. Die einen wählen sich ihren Weimaraner - einen eleganten Jagdhund - passend zum Loft und zum SUV. Schug selbst zählt eher zur Outdoor-Fraktion: „Ich habe einen ganz neuen Zugang zur Natur bekommen.“ Und während der Hund seiner Kindheit beim Abdecker gelandet ist, „unsere Kati als Seife“, wie Schug ironisch entsetzt formuliert, malt er sich den Abschied von Otto romantisch-natürlich aus: Wenn es eines Tages so weit sei, wolle er mit seinem Hund auf dessen Ende warten, irgendwo einsam im Grünen. Ottos Asche würde er später an ihrem Lieblingsort verstreuen.

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Das Besondere an Hunden ist, dass man mit ihnen das Haus verlässt. Anders als Wellensittiche, Meerschweinchen oder auch Katzen, die in Deutschland am weitesten verbreiteten Haustiere, sind sie sichtbar. Deshalb sagt Nicole Burzan, Professorin für Soziologie in Dortmund: „Der Hund funktioniert als Ausdruck des Lebensstils.“ Jede Entscheidung rund um den Hund taugt zum Statement.

Rohes Fleisch ist Kult

Die Lieblingsthemen, mit denen man Haltung bekennen kann: Ernährung und Erziehung. „Barfen“ zum Beispiel, die Fütterung mit rohem Fleisch, ist Kult, obwohl viele Tierärzte das kritisch sehen. Über das richtige Maß aus Lob und Strafe wird ideologisch scharf gestritten. In Konsumfragen zählt ohnehin nur der Geschmack des Menschen.

„Chichi ist durch“, sagt Sascha Sonnenberg, der kürzlich in Wilmersdorf ein so durchgestyltes „Kaufhaus für Hund und Katz“ eröffnet hat, dass man nicht einmal Tierfreund sein muss, um gerne dort zu stöbern. Es gibt maßgeschneiderte Halsbänder aus Rhabarberleder und witzige Weißwürste aus Stoff, der schlichte weiße Napf der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin kostet 168 Euro. Manufactum für Vierbeiner.

„Das ist pur“, schwärmt Sonnenberg und hält sich einen Ochsenziemer unter die Nase, dem tatsächlich in keinster Weise anzuriechen ist, worum es sich ursprünglich handelt: bayerische Tiere! Schlachtfrisch verarbeitet! Komplett ohne Chemie! Sonnenberg sagt: „Der Premiumgedanke ist kein Glitzergedanke mehr.“

Homöopathische Mittel

Die Morgensonne steht schrägt über dem Industriegebiet Zehlendorf, hinter Maschendraht dösen zwei zottelige Mischlinge im Sand. Im Nachbargehege ist gerade Dudi angekommen, ein Mix aus Terrier und Pinscher. Er markiert den Zaun und begrüßt seine Kumpel, einen Labrador, einen Stafford, eine italienische Straßenmischung. Schnüffeln, Stupsen, Wedeln, Kläffen.

Es ist neun Uhr. Kurz darauf trifft Bella ein, eine schmale Hündin mit sandhellem Fell. Sie steht am Zaun und winselt, weil ihre Besitzerin zwar gleich zur Arbeit muss, aber noch in Sichtweite ist. Die Hundehalterin entschuldigt sich: Sonst sei Bella nicht so quengelig. Vielleicht liege es ja an dem homöopathischen Mittel, das sie ihr gestern gegeben habe.

450 Euro kostet ein Vollzeitplatz in der „Huta“ von Simone Laube, einer Hundetagesstätte, die im Frühjahr eröffnet hat. Das ist viel Geld, insbesondere wenn man findet, dass berufstätige Großstadtmenschen mit wenig Zeit vielleicht nicht unbedingt einen Hund haben sollten. Vor 15 Jahren hätte Laube selbst das ähnlich gesehen. Heute sagt sie lakonisch: „Es gibt ja auch viele Menschen, die Vollzeit arbeiten und sich Kinder anschaffen.“

„Wichtig, Grenzen zu setzen“

Die Achtunddreißigjährige mit Kurzhaarschnitt, Daunenweste und wettergegerbten Händen ist Hundetrainerin. Sie hat ein Podest errichtet, auf dem ihre Zöglinge faulenzen können, und Blumen gepflanzt, an denen sich die Hundehalter erfreuen sollen. Für Anregung und Abwechslung sorgen ein Kieshügel, ein Strohhaufen und ein Sandplatz. Eine Birke spendet Schatten. „Worauf wir hier Wert legen“, sagt Laube, „hier gibt es auch eine Mittagspause zum Runterfahren und Entspannen.“

Das sei wie im Kindergarten. Überhaupt benutzt Laube eine Sprache, wie man sie von Müttern, Vätern und Erziehern kennt: Es geht um Eingewöhnung und Sozialverhalten. Sie sagt: „Hunde von heute können nicht mit Frust umgehen.“ Oder: „Es ist wichtig, Grenzen zu setzen und auch mal dabei zu bleiben.“ Viele Halter, schimpft Laube, seien dazu nicht in der Lage.

Ganz gleich, was man über Hunde als Kinderersatz denken mag: Der Vergleich mit der Beziehung zwischen Eltern und kleinen Kindern ergibt insofern Sinn, als es sich in beiden Fällen um eine asymmetrische, von Liebe getragene Beziehung handelt, in der die Erwachsenen führen und Verantwortung übernehmen müssen. Nur: Hunde kommen nicht in die Pubertät. Und sie sind eben keine Menschen.

Hunde steigern die Lebensfreude

Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, wie gut Hunde ihren Besitzern tun. Sie steigern die Lebensfreude, reduzieren Stress und fördern die Gesundheit schon deshalb, weil sie sie zu regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft verdonnern. Außerdem erleichtern sie den Kontakt zu anderen Menschen: Mit Hund gibt es immer ein Thema zum Reden, weniger banal, aber fast so unverfänglich wie das Wetter.

Aber nicht alle Menschen sind gut für ihre Hunde. Silke Wechsung, die an der Universität Bonn den Forschungskreis Mensch-Hund-Psychologie betreut, weiß aus Untersuchungen: Etwa jeder vierte Hund würde sich, wenn er könnte, einen anderen Halter suchen - einen, der sich mehr Gedanken darüber machte, was sein Tier eigentlich braucht.

Davon abgesehen gebe es aber auch viele Fälle, in denen Halter Bedürfnisse erfüllen, die ihre Hunde gar nicht haben: Sie servieren ihnen Frozen Joghurt von „Cold & Dog“, lactose- und zuckerfrei in der Geschmacksrichtung Rind (aus artgerechter Haltung) oder anderes Premiumfutter in Lebensmittelqualität. Die Fragen, die sich Wechsung daher stellt, sind: Für wen tun die Halter das? Und was sagt das über unsere Gesellschaft und unser Miteinander aus?

„Mein Hund. Mein Sonntag. Meine Kamera.“

Der Sozialpartner Hund hat zwei entscheidende Vorteile. Erstens: Er wehrt sich nicht. In keiner zwischenmenschlichen Beziehung können Männer und Frauen so uneingeschränkt ihren Willen und ihre Interessen ausleben wie mit einem Hund. Zweitens kann das Tier nicht sprechen, weshalb es außerdem eine ideale Projektionsfläche abgibt: „Ich kann dem unterstellen, dass er mich liebt und es toll findet, was ich mit ihm mache“, sagt Wechsung.

In Befragungen erklärten 35 Prozent der Hundehalter ihr Tier zu ihrem wichtigsten Sozialpartner - nicht nur Singles, wohlgemerkt. Und das könne problematisch werden: Was, wenn abends nach der Arbeit ausgiebig der Hund begrüßt wird, während der Partner ein knappes Hallo zu hören kriegt? Was, wenn der Hund sich so an seinen Platz im Ehebett gewöhnt hat, dass einer der Partner auf die Couch zieht? Im Extremfall, sagt Wechsung, könne die übergroße Liebe zum Hund den menschlichen Beziehungen schaden.

Der Facebook-Account von Eva Dieterle ist ein Album aus Hundebildern. Lisa, wie sie sich im Gras wälzt. Lisa, sitzend, die Schnauze gen Regenbogen gerichtet. Eine Hundepfote im Schnee. Die schlafende Lisa mit Kuscheltier. Wenn Dieterle Fotos von einem Ausflug nach Bad Homburg postet, schreibt sie dazu: „Herbsttag mit meinem Kurschatten“. Eine Hundesilhouette im Gegenlicht betextet sie: „Mein Hund. Mein Sonntag. Meine Kamera. Besser gehts nicht.“ Die meisten Profilbilder der Einunddreißigjährigen sind Doppelporträts. Frau mit Hund. Als wäre Lisa ein Teil ihrer selbst.

Über dreißig Hunde-Ratgeber im Regal

Andere Leute, sagt Dieterle, gingen Gleitschirm fliegen oder segeln. Ihr Hobby, ihre Freizeit, ihre Leidenschaft kreise eben nicht um ein Sportgerät, sondern um ein Lebewesen. Vor drei Jahren hat sie den Podenco-Mischling aus einem spanischen Tierheim gerettet. Sie hat sich extra eine Wohnung mit Garten in der Nähe ihres Arbeitsplatzes gesucht, damit sie in der Mittagspause nach Lisa schauen und der Hund toben kann.

Anstatt morgens auszuschlafen oder abends fernzusehen, läuft sie jetzt stundenlang durch die Natur. Mindestens dreißig Hunde-Ratgeber stehen bei Dieterle im Regal. Es liege schließlich in ihrer Verantwortung, dass ihre intelligente Jagdhündin angemessen ausgelastet und beschäftigt sei.

Natürlich mäkeln alte Freunde manchmal, es müsse in ihrem Leben doch noch etwas anderes geben. Ihre Mutter mahnt augenzwinkernd, da seien wohl die Prioritäten verrutscht, weil das Tier besser ernährt werde als die Tochter. Hündin Lisa bekommt einmal die Woche frischen Fisch. Dieterle selbst begnügt sich schon mal mit einem Brötchen im Stehen, wenn sie Stress bei der Arbeit hat. Die junge Frau moderiert die Nachrichtensendung „17:30 Sat.1 live für Hessen und Rheinland-Pfalz“. Kürzlich hat sie sich sogar noch einen zweiten Hund angeschafft: Elsa. Aus einem Tierheim in Köln. Dieterle sagt: „Mir fehlt nichts. Ich arbeite viel und hab die Hunde. Das lastet mich aus und macht mich glücklich.“

Vierbeinige Enkel

Dieses Glück mag schwer zu fassen sein, wenn man selbst keine Hunde hat. Eva Dieterle sagt, viele Freunde seien fast ein bisschen neidisch. Der viele Körperkontakt. Die gute Laune. Die Freude, die so ein Tier vermittelt, indem man nur zusieht, wie es sich bewegt, sich verhält, sich freut. Wenn Eva Dieterle die Wäsche in den Keller bringt, wird sie anschließend jedes Mal begrüßt, als sei sie ein halbes Jahr verreist gewesen.

Als ihre Oma starb, hat Lisa sie getröstet. „Sie ist total empathisch“, sagt Eva Dieterle. Und: „Praktisch ist, dass sie nicht redet.“ Ein Mensch, mit dem man so viel Zeit verbrächte, würde einem doch auf die Nerven gehen. So jedoch habe sie ständig einen Freund an ihrer Seite - einen Freund, der unbedingte Liebe gebe und dafür letztlich wenig fordere.„Ich habe keinen Partner und keinen zwingenden Kinderwunsch“, sagt Dieterle. Schon rede ihre Mutter im Scherz von den vierbeinigen Enkeln. Eva Dieterle selbst sagt über ihre beiden Hunde: „Ich hab jetzt zwei Mädels. Das ist meine Familie.“

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Schaaf, Julia
Julia Schaaf
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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