Die FAZ.NET-Nachrichten-App
Kostenlos für iOS und Android
Anzeige
Gütliche Einigung

Justizopfer Mollath erhält 600.000 Euro vom Freistaat Bayern

 - 13:32
Gustl Mollath unterhält sich im März vor Beginn seines Prozesses mit anwesenden Journalisten. Bild: dpa

Das Justizopfer Gustl Mollath und der Freistaat Bayern haben sich im Streit um Entschädigung für die unberechtigte Unterbringung in der Psychiatrie gütlich geeinigt. Der Freistaat zahlt „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ einen weiteren Betrag in Höhe von 600.000 Euro, wie das Landgericht München I am Dienstag mitteilte. Damit seien alle Ansprüche abgegolten und der Rechtsstreit beendet.

Anzeige

Mollath ist das wohl bekannteste Justizopfer Deutschlands. Er war 2006 nach einem Prozess wegen angeblicher Gewalt gegen seine Ehefrau in die Psychiatrie eingewiesen worden, zu unrecht, wie sich Jahre später in einem Wiederaufnahmeverfahren herausstellte. 2747 Tage, mehr als sieben Jahre, hatte er in der Psychiatrie verbracht.

Vor Gericht verklagte Mollath daraufhin den Freistaat in einem Amtshaftungsverfahren und forderte 1,8 Millionen Euro. In der Summe enthalten sind zum Beispiel 800.000 Euro Schmerzensgeld, 288.000 Euro Verdienstausfall und 90.000 Euro Anwaltskosten. Nach Ansicht des Freistaates hingegen stehen ihm gesetzlich 25 Euro pro Tag als Entschädigung zu, das wären 68.675 Euro.

Das Gericht hatte im Juni vorgeschlagen, dass die Ansprüche des Klägers gegen Zahlung von weiteren 600.000 Euro abgegolten sein sollten, zusätzlich zu den bereits bezahlten 70.000 Euro. Dem stimmte damals zwar das Justizministerium, nicht aber die Klägerseite zu. Zur aktuellen Einigung war Mollaths Anwalt zunächst nicht zu erreichen.

Quelle: dpa
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenGustl Mollath

Erzielen Sie bis zu 5% Rendite

Jetzt in Pflegeimmobilien investieren

Verkaufen Sie zum Höchstpreis

Zur Immobilienbewertung

Lernen Sie Französisch.

Jetzt gratis testen

Verbessern Sie Ihr Englisch.

Jetzt gratis testen
Anzeige