Maskengeschäft von Influencer

Kliemann gibt Fehler zu und distanziert sich von Textilfirma

28.05.2022
, 18:44
Influencer, Musiker und Geschäftsmann: Fynn Kliemann, 34
„Ich hab’ so beschissen kommuniziert“: Der Influencer Fynn Kliemann steht wegen eigener Maskengeschäfte weiter unter Druck. Nun räumt er ein, falsche Aussagen getätigt zu haben und will seine Einnahmen spenden.
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Drei Wochen nach Bekanntwerden von Vorwürfen zu Schutzmasken-Geschäften hat sich Influencer Fynn Kliemann von einer beteiligten Textilfirma distanziert. Der Musiker und Unternehmer sagte auf Instagram, er wolle Verflechtungen zu der Unternehmensgruppe Global Tactics sofort auflösen. Seine Anteile an zwei 2021 gegründeten Gesellschaften der Gruppe gebe er zurück. Kliemann und die Textilfirma waren Anfang Mai durch einen TV-Beitrag des Satirikers Jan Böhmermann im ZDF stark in die Kritik geraten.

Kliemann hat einen Online-Modeshop („Oderso“), über den er in Europa produzierte Kleidung anbietet. Global Tactics ist eine Textilfirma aus Nordrhein-Westfalen, zu der er Geschäftsbeziehungen pflegte.

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Der Masken-Fall ist sehr kleinteilig. Im TV-Beitrag wurde die Frage aufgeworfen, ob das Produktionsland bei bestimmten Geschäften von Global Tactics mit einem Großhändler im Jahr 2020 bewusst verschwiegen wurde – Masken kamen aus Asien statt aus Europa. Bei den Vorwürfen aus der Böhmermann-Sendung geht es auch um fehlerhafte Masken, die an Geflüchtete gespendet wurden.

Nach der Ausstrahlung hatten sich der börsennotierte Händler, Kliemann und die Textilfirma unabhängig voneinander zu Wort gemeldet und auch angekündigt, jeweils weitere interne Nachforschungen anzustellen. Die Anschuldigungen wurden seitens Kliemanns aber zunächst zurückgewiesen und erst auf weiteren öffentlichen Druck in einem Spiegel-Gespräch teilweise näher eingeordnet. Kliemann gab dann zum Beispiel auch zu, Gewinne mit den Geschäften gemacht zu haben, was er zuerst noch abstritt.

Kliemann hatte sich nach eigenen Angaben vor allem mit seiner Bekanntheit, seinem Namen und unentgeltlich dafür eingesetzt, in der Pandemie schnell Masken hierzulande auf Großhandelsebene zu organisieren. Die Rede war vom „größten Maskenproduzenten Europas“.

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In seinem Instagram-Beitrag präsentierte sich der 34-Jährige nach einer mehr uneinsichtigen Einleitung („Ganz ehrlich, ich dachte hier immer, die Kritik trifft den Falschen“) nun aber von Reue erfüllt und erläuterte auch hier nochmals, dass er in seinem eigenen Shop – entgegen erster Bekundungen – mit dem Verkauf von Masken Geld verdient habe. Er gab deswegen mehrmals zu, „beschissen kommuniziert“ zu haben. „Ich räume jetzt alles auf. Ich bau‘ mich, und alles um mich herum, so um, dass sowas hier nie wieder passieren kann.“ Er versprach dabei volle Transparenz. Auf seiner Homepage könne man nachverfolgen, wie von ihm beauftragte unabhängige Experten „jeden Zusammenhang der letzten Wochen aufgeschlüsselt“ hätten, um zu belegen, was er gemacht habe.

Auf der Shop-Webseite schrieb er ebenfalls, er habe einen großen kommunikativen Fehler gemacht. „Nie böswillig oder in einer betrügerischen Absicht, aber dennoch war es ein Fehler.“ Den erzielten Gewinn von mehr als 280.000 Euro werde er spenden.

Kliemann hat eine große Fangemeinde – aber seine Art polarisiert auch. Er präsentiert sich als Self-Made-Typ und Freigeist. Neben seiner Musikkarriere ist das wohl bekannteste Projekt das „Kliemannsland“. Das ist ein Bauernhof im niedersächsischen Ort Rüspel. Dort hat er eine Art Abenteuerspielplatz für Erwachsene gebaut. Es wird gebastelt, geschraubt, Musik gemacht – man kann Workshops buchen. Kliemann ist bekannt durch seine Do-it-Yourself-Clips auf Youtube, wo ihm Hunderttausende folgen. Er ist ebenso ein Geschäftsmann, der an Firmen beteiligt ist.

Vor gut einer Woche hatte sich bereits Global-Tactics-Gründer Tom Illbruck im Internet zu Wort gemeldet. Er schrieb von Fehlern und Missverständnissen, für die er Verantwortung übernehmen wolle. „Während dieser, zweifelsohne hektischen, Zeit zum Beginn der Pandemie, war ich mir nicht darüber im Klaren, welche schwerwiegenden Folgen mein Fehlverhalten in der Kommunikation verursachen kann.“ Er kündigte an, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen.

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Quelle: dpa/frez.
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