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Anwalt nennt es „Verhandlung“

„National Enquirer“ weist Bezos’ Erpressungsvorwurf zurück

 - 07:01

Das amerikanische Boulevardblatt „National Enquirer“ hat Vorwürfe einer Erpressung von Amazon-Chef Jeff Bezos zurückgewiesen. „Es ist absolut keine Erpressung“, sagte Anwalt Elkan Abramowitz am Sonntag dem Fernsehsender ABC. Es habe sich vielmehr um eine „legitime Verhandlung“ gehandelt. Bezos und der „National Enquirer“-Herausgeber American Media Inc (AMI), den Abramowitz vertritt, hätten ein Interesse daran gehabt, ihre „Differenzen“ beizulegen.

Bezos hatte AMI am Donnerstag vorgeworfen, ihm mit einer Veröffentlichung intimer Fotos gedroht zu haben. Demnach forderte das Medienunternehmen von ihm, Ermittlungen über eine bereits publizierte Enthüllungsgeschichte über sein Privatleben zu stoppen und zu erklären, hinter der Veröffentlichung gebe es keine politischen Motive.

Politische Gründe?

Der „National Enquirer“ hatte im Januar über eine außereheliche Affäre des reichsten Mannes der Welt berichtet. Bezos vermutet dahinter politische Motive: AMI-Chef David Pecker ist ein langjähriger Freund von Präsident Donald Trump. Bezos wiederum ist Eigentümer der „Washington Post“, die kritisch über Trump berichtet.

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Schlammschlacht gegen magazin
Amazon Gründer lässt sich nicht erpressen

Die „Washington Post“ hat außerdem sehr kritisch über Saudi-Arabien berichtet. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman wird verdächtigt, die Ermordung des Journalisten und „Washington Post“-Kolumnisten Jamal Khashoggi angeordnet zu haben.

Am vergangenen Donnerstag verwies Bezos auf die Nähe zwischen AMI zu Trump und zu Saudi-Arabien – und machte deutlich, dass er politische Motive hinter der „National Enquirer“-Geschichte zu seiner Geliebten Lauren Sanchez vermutet.

„Ich denke, Bezos und AMI hatten Interesse daran, ihre Differenzen beizulegen“, sagte AMI-Anwalt Abramowitz am Sonntag auf ABC. „Bezos wollte nicht, dass eine andere Geschichte über ihn geschrieben wird oder diese Fotos veröffentlicht werden. AMI wollte nicht die Verleumdung gegen sich, vom Weißen Haus, von Saudi-Arabien oder von der ’Washington Post’ inspiriert worden zu sein.“

Steckt der Bruder der Geliebten dahinter?

Quelle der Bilder könnte möglicherweise der Bruder von dessen Geliebter Lauren Sanchez sein. Das berichtet die amerikanische Nachrichtenseite „The Daily Beast“ unter Berufung auf mehrere Quellen innerhalb des „Enquirer“-Verlags American Media Inc. (AMI). Eine weitere Quelle außerhalb des Verlags habe bestätigt, dass der Bruder ein möglicher Schuldiger sein könnte. Die „Washington Post“ hatte den Verdacht schon vor Tagen auf ihn gelenkt, allerdings wies dieser demnach jede Verantwortung zurück.

Bezos, der als reichster Mann der Welt gilt, hatte private Ermittlungen eingeleitet, um denjenigen ausfindig zu machen, der die Nacktfotos und intimen Textnachrichten an den „National Enquirer“ weitergegeben hat. Dem Skandalblatt und AMI-Chef David Pecker, einem langjährigen Vertrauten von Präsident Donald Trump, warf er Erpressung mit übelsten Methoden vor. Ihm sei ein unredlicher Deal vorgeschlagen worden, damit auf die Veröffentlichung des intimen Materials verzichtet wird.

Stattdessen habe er belastende E-Mails von AMI-Verantwortlichen ins Netz gestellt, um den Spieß umzudrehen und den Verlag angesichts seiner Arbeitsmethoden in Erklärungsnot zu bringen. AMI kündigte daraufhin an, Bezos’ Vorwürfe zu untersuchen.

Hintergrund ist die Trennung des „Washington Post“-Besitzers von seiner Ehefrau MacKenzie – und sein Verhältnis mit der früheren TV-Moderatorin Sanchez. Das Ehepaar hatte am 9. Januar bekanntgegeben, dass es sich nach 25 Ehejahren scheiden lässt. Die „Washington Post“ berichtete, kurz zuvor habe der „Enquirer“ Bezos informiert gehabt, dass er eine Geschichte über seine Affäre mit Sanchez veröffentlichen werde. Kurz nach Ankündigung der Scheidung machte das Blatt die Affäre öffentlich und publizierte „schlüpfrige Textnachrichten und schwärmerische Liebesnotizen“ der beiden.

Quelle: rad./AFP/dpa
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