Königliche Familie trauert

Prinz Philip mit 99 Jahren gestorben

09.04.2021
, 13:38
Wurde 99 Jahre alt: Prinz Philip bei der Hochzeit seiner Enkelin Prinzessin Eugenie im Jahr 2018.
Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elisabeth II., ist tot. Er sei am Freitagmorgen „friedlich auf Schloss Windsor verstorben“, teilte der Buckingham-Palast mit. Erst kürzlich hatte er sich einer Herz-Operation unterzogen.

Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elisabeth II., ist im Alter von 99 Jahren gestorben. „Mit tiefer Trauer verkündet Ihre Majestät, die Königin, den Tod ihres geliebten Ehemanns, seiner königlichen Hoheit, Prinz Philip, Duke von Edinburgh“, hieß es in einer Mitteilung des Buckingham-Palasts, die auf der offiziellen Webseite am Freitagmittag veröffentlicht wurde.

Prinz Philip sei am Freitagmorgen „friedlich auf Schloss Windsor verstorben“, hieß es weiter. Die königliche Familie trauere nun gemeinsam mit Menschen auf der ganzen Welt um ihren Verlust. Der Buckingham-Palast setzte seine Flaggen am Freitag auf Halbmast.

Der britische Premierminister Boris Johnson würdigte das „außergewöhnliche Leben und Wirken“ Philips. Er habe „die Zuneigung von Generationen“ in Großbritannien, im Commonwealth und der ganzen Welt gewonnen, erklärte der britische Regierungschef am Freitag vor seinem Amtssitz in der Downing Street in London.

Die australische Regierung ließ die Flaggen nach dem Tod des Herzogs von Edinburgh auf halbmast setzen. Prinz Philip habe „eine Generation verkörpert, die wir nie wieder sehen werden“, erklärte Premierminister Scott Morrison. Das Commonwealth stehe „in Trauer und Dankbarkeit“ zusammen.

Auch das schwedische und das norwegische Königshaus reagierten mit Trauer. „Prinz Philip ist über viele Jahre ein guter Freund unserer Familie gewesen, eine Freundschaft, die wir sehr geschätzt haben“, erklärte Schwedens König Carl XVI. Gustaf am Freitag in einer Stellungnahme. Philips Einsatz für sein Land sei ein Vorbild für alle. „Wir sprechen Ihrer Majestät der Königin, der königlichen Familie und der Bevölkerung Großbritanniens unser Beileid aus.“ Auch die Familie von Norwegens König Harald drückte ihr Beileid aus. Wie aus einer Mitteilung des Königshauses hervorging, sollten die Flaggen am Schlossbalkon in Oslo sowohl am Freitag als auch am Tag der Beerdigung auf halbmast gesetzt werden.

Erst Mitte März hatte Prinz Philip St.-Bartholomew’s-Klinik in London verlassen, wo er sich einer Herz-Operation unterzogen hatte. Er hatte mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht. In den vergangenen Jahren litt er immer wieder unter gesundheitlichen Problemen: Nicht nur das Herz machte ihm zu schaffen, er musste auch an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk. Der letzte Krankenhausaufenthalt in diesem Winter samt Operation am Herzen war sein längster Krankenhausaufenthalt. Mitte März entließ man ihn nach Hause, wo er nun im Alter von 99 Jahren starb. Im Juni hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Der Herzog von Edinburgh, so sein offizieller Titel, war seit 1947 mit Elisabeth II. verheiratet. Seit deren Krönung 1953 war er Prinzgemahl und galt als wichtigste Stütze der britischen Queen. Erst im Alter von 96 Jahren ging er in den Ruhestand. Sein letzter offizieller Auftritt war bei einer Militärparade der Royal Marines im August 2017 vor dem Buckingham-Palast. Der vierfache Vater war der dienstälteste Prinzgemahl der britischen Geschichte. Neben Thronfolger Prinz Charles gehören auch Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward zu seinen Kindern.

Nun gilt die „Operation Forth Bridge“

Den Ablauf nach dem Tod von Prinz Philip regelt die „„Operation Forth Bridge“: Bis zur Beerdigung gilt demnach eine landesweite Trauerzeit. Die Queen und andere Royals werden keine Termine wahrnehmen. Das bedeutet, dass die Königin als Staatsoberhaupt in dieser Zeit keine Gesetze mit ihrer Unterschrift in Kraft setzen kann.

Im Parlament in London wird der königliche Zeremonienstab in schwarzes Tuch geschlagen, die Abgeordneten tragen schwarze Bänder am linken Arm und männliche Parlamentarier eine schwarze Krawatte. Auch die Königsfamilie wird in der gesamten Zeit nur in Trauerkleidung erscheinen und Armbinden tragen. Flaggen wehen auf halbmast.

Infografik Die britische Königsfamilie
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Als Prinzgemahl steht dem Herzog von Edinburgh ein Staatsbegräbnis zu. Allerdings soll der Prinz gesagt haben, er wünsche kein Aufheben. Erwartet wird daher eine eher privatere Zeremonie, militärisch angehaucht, in der St George’s Chapel im Schloss Windsor, wo Philip seit Beginn der Pandemie mit der Queen residierte. Beerdigt wird er dann wohl in Frogmore Gardens, wo sich auch das Grab von Queen Victoria befindet. Wohl auch wegen der Corona-Pandemie und der geltenden Regeln im Vereinigten Königreich fällt das Begräbnis aber vermutlich ohnehin kleiner aus als in normalen Zeiten. Fraglich ist auch, ob ausländische Ehrengäste überhaupt zur Zeremonie kommen können: Für die Einreise nach Großbritannien sind strenge Regeln in Kraft.

Quelle: marw./dpa
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