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Prinzessin auf der Flucht

Latifa Al Maktoum ist verschwunden

Von Christoph Ehrhardt
 - 16:49

„Ich mache dieses Video, weil es das letzte Video sein könnte, das ich mache“, sagt Latifa Bint Muhammad Al Maktoum. Sie ist die Tochter von Muhammad bin Rashid Al Maktoum, des Herrschers von Dubai und Premierministers der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie war auf der Flucht aus der Enge ihres Heimatlandes, als die Aufnahme im Frühjahr entstand. Dort fühlte sie sich trotz allen Reichtums der Familie und all des Luxus wie eine Gefangene ihres autoritären Vaters.

Als das Video am 11. März dieses Jahres an die Öffentlichkeit gelangte, war der Fluchtversuch der Latifa Bint Muhammad Al Maktoum gescheitert. Etwa eine Woche zuvor hatten vermummte Bewaffnete vor der Küste Indiens das Boot aufgebracht, das sie in die Freiheit bringen sollte. Sie wollte in den Vereinigten Staaten Asyl beantragen. Die Videoaufnahmen sind das Letzte, was die Öffentlichkeit bis heute von ihr gehört hat. Schon einmal, im Alter von 16 Jahren, so erklärt die Herrschertochter selbst, habe sie vergeblich versucht zu entkommen. Sie sei danach drei Jahre eingesperrt, geschlagen und gefoltert worden.

Eine andere geflohene Schwester wurde mutmaßlich aus Großbritannien verschleppt. Der britische Sender BBC hat den Fall Latifa Bint Muhammad Al Maktoum für eine Dokumentation aufgerollt, die am Dienstagabend ausgestrahlt wurde. Sie legt nicht nur Details des über Jahre geplanten Fluchtversuchs offen – sie zeigt auch die düstere Seite der Emirate. Dem westlichen Publikum präsentieren sie das freundliche Gesicht eines weltoffenen Landes. Aber dieses hat ausgeprägte autoritäre Züge. „Ich wurde mein ganzes Leben misshandelt und unterdrückt“, schrieb Latifa an Hervé Jaubert, einen schillernden früheren Geheimdienstmitarbeiter und Marineoffizier, der einer ihrer Fluchthelfer war. „Sie sagte, sie würde es bevorzugen, auf dem Boot getötet zu werden, als nach Dubai zurückzukehren“, sagte der tief besorgte Franzose nun der BBC. „Ich weiß nicht einmal, wo sie ist.“

Quelle: F.A.Z.
Christoph Ehrhardt
Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.
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