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FAZ plus ArtikelReligion in China

Beten allein reicht ihnen nicht

Von Friederike Böge, Peking
 - 18:38

Dass es Gott gibt, erfuhr Augustus Kingwen von Tolstoi. Das war in den achtziger Jahren. In China gab es damals so kurz nach der Kulturrevolution noch keine Bibeln zu kaufen. „Selbst in den Universitätsbibliotheken wurden sie unter Verschluss gehalten“, erinnert sich der Philosophie-Professor, der trotz Kinnbart, hoher Stirn und 50 Lebensjahren jungenhaft aussieht. Kingwen sitzt in seinem Wohnzimmer im beschaulichen Vorort einer Millionenstadt in China und trinkt Espresso. An den Wänden Bilder mit dem Wort „Halleluja“, im Regal steht eine Sammlung von Bibeln. Der Name der Stadt und Kingwens Nachname sollen hier verschwiegen werden, denn das, wovon er berichtet, ist in China illegal.

Seine erste Heilige Schrift beschaffte sich Kingwen heimlich in Hongkong, das damals noch zu Großbritannien gehörte. In den neunziger Jahren betrat er erstmals eine protestantische Kirche. „Da gab es nur drei Arten von Gläubigen“, sagt er, „Frauen, Analphabeten und Arme.“

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Quelle: F.A.Z.
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für Ostasien.
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