FAZ plus ArtikelElisabeths Weg auf den Thron

Schicksalsjahre einer Prinzessin

Von Peter-Philipp Schmitt
04.10.2021
, 07:03
Abschied von Malta: Elisabeth, an ihrer Seite ihr Mann Philip, verlässt im April 1951 die Mittelmeerinsel und kehrt erst 1954 als Monarchin wieder zurück.
Elisabeth sollte nicht Königin sein. Doch die Zehnjährige fügte sich in das Unvermeidbare. Wirklich glücklich war sie aber nur kurz – und das fern der Heimat.
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Bei ihrer ersten Begegnung, vielleicht war es aber auch schon die zweite, ganz einig sind sich die Historiker da nicht, gab es Erdbeereis. Elisabeth war 13 Jahre alt, ihre Schwester Margaret acht. Die beiden pflanzten gemeinsam einen Baum, sie spielten zusammen Croquet, an ihrer Seite ihre Gouvernante Marion Crawford, von den Mädchen liebevoll „Crawfie“ genannt. Die Prinzessinnen waren mit ihren Eltern zu Besuch in Dartmouth, der Königlichen Marineschule, an der noch heute der Offiziersnachwuchs ausgebildet wird. Unter ihnen war 1939 auch ein echter Prinz (von Dänemark und Griechenland), der eigentlich auf See sein sollte, dann aber aus­erkoren worden war, sich um Elisabeth und Margaret zu kümmern. Und so wich der große, blonde, gerade achtzehnjährige Kadett nicht von ihrer Seite. Nach dem gemeinsamen Erdbeereis in Dartmouth am 22. Juli 1939 schrieben sich Elisabeth und der Offizier, der auch ihr Cousin ­zweiten und – über Königin Victoria – auch dritten Grades war, über Jahre lange ­Briefe. Für die künftige Königin – und da sind sich nicht nur die Historiker einig – war es Liebe auf den ersten Blick – oder eben doch auf den zweiten.

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Elisabeth Alexandra Maria, benannt nach ihrer Mutter, Großmutter (Maria von Teck) und Urgroßmutter (Alexandra von Dänemark), sollte nicht Königin werden. Sie war nur die älteste Tochter des zweitgeborenen Sohns, der erst auf den Thron kam, nachdem sein älterer Bruder als König abgedankt hatte. Für die Zehnjährige war die Nachricht, die sich am 10. Dezember 1936 in den Straßen Londons wie ein Lauffeuer verbreitete, ein Schock. Elisabeth soll an jenem Tag nach ihrem Schwimmunterricht von einem Diener erfahren haben, dass sie zur Thronfolgerin geworden war. Als sie ihrer kleinen Schwester erzählte, dass Onkel Edward abgedankt hatte, ihr Vater nun König war, soll Margaret sie gefragt haben: „Wirst du dann Königin?“ – „Ja.“ – „Du Ärmste!“

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Autorenporträt / Schmitt, Peter-Philip
Peter-Philipp Schmitt
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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