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Lastwagen-Unfall auf A5

Sieben Stunden im Hitze-Stau

Von Thorsten Winter
 - 16:36
Wasser! Ehrenamtler der Johanniter versorgten auch diesen Lasterfahrer im Hitze-Stau auf der A5 in der Wetterau

Kurz nach halb neun ist an diesem Mittwochvormittag die Fahrt über die A5 in der Wetterau plötzlich zu Ende. Binnen kurzer Zeit bildet sich zwischen den Auffahrten Ober-Mörlen und Friedberg ein Stau. Also dort, wo wegen Bauarbeiten noch für Monate auch zu den Stoßzeiten statt vier nur drei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Wie die Polizei kurz darauf über den Kurznachrichtenkanal Twitter meldet, ist ein Unfall mit zwei Lastwagen die Ursache des Staus.

Zunächst steht für die anderen Kraftfahrer noch eine Spur offen, doch damit ist es bald vorbei: „Vollsperrung auf der A5 in Richtung Süden wegen Bergungsarbeiten“, twittert die Polizei Mittelhessen und rät: „Bitte weiträumig umfahren.“ Was die Beamten und die Menschen im Stau zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen können: Die Autobahn wird noch bis in den Nachmittag hinein gesperrt bleiben. Denn einer der beiden Lastwagen hat Fässer mit Farbe geladen, die entzündlich ist. Die Fässer müssen abgeladen werden – zumal es immer heißer wird. Bis zum Nachmittag steigt die Außentemperatur auf 36 Grad. In der prallen Sonne fühlt sich das noch viel heißer an.

Fässer ab nach Höchst

Um 10.41 Uhr wird die im nahen Nieder-Weisel ansässige Johanniter Unfall-Hilfe alarmiert, wie Rhein-Main-Regionalvorstand Oliver Pitsch später berichtet. Der Verband schickt seinen zweiten Wetterauer Betreuungszug auf die Autobahn. 20 Helfer haben den Auftrag, die Menschen im Stau mit Getränken zu versorgen. „1000 Getränke haben wir immer hier“, erzählt Pitsch. Im Laufe des Einsatzes kaufen die Johanniter 700 weitere Getränke hinzu und rühren noch Eistee an, etwa 50 Liter, wie Pitsch schätzt. Um erhitzte Autofahrer zu erreichen, nutzen die ehrenamtlichen Helfer auch zwei Quads und ein Motorrad.

Wie Pitsch weiter berichtet, haben sich Hilfesuchende auch direkt an die Johanniter gewandt: „Sie haben auf Twitter von unserem Einsatz gelesen.“ Zwei Männer der Werksfeuerwehr von Infraserv Höchst reisen zwischenzeitlich an und beraten die Einsatzleitung am Unfallort. Die Fässer werden schließlich in den Industriepark Höchst gefahren. Erst um 16 Uhr twittert die Polizei: „Es ist geschafft.“ Die A5 ist wieder frei.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
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