Prinz Philip stirbt mit 99

Die Welt nimmt Anteil

Von Annina Metz
09.04.2021
, 17:18
Vor dem Schloss Windsor werden nach dem Tod Philips zahlreichen Blumen ablegt.
Prinz Philip war der dienstälteste Prinzgemahl Großbritanniens. Nach seinem Tod trauert die Welt und würdigt neben seinem Dienst am Vereinigten Königreich vor allem seine Persönlichkeit.

Am Freitagmittag geht ein Tweet der britischen Königsfamilie um die Welt. „Mit tiefer Trauer gibt Ihre Majestät, die Königin, den Tod Ihres geliebten Mannes, Seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen Philip, Herzog von Edinburgh, bekannt. Seine königliche Hoheit ist heute Morgen friedlich in Windsor Castle verstorben.“ Reaktionen auf den Tod des 99-Jährigen, der gerade erst eine Herz-Operation hinter sich gebracht hat und vor wenigen Wochen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ließen nicht lange auf sich warten. Fast 75 Jahre lang waren Königin Elisabeth II. und Philip verheiratet. Philip, so sagte sie einmal, war ihre größte Stütze. Philip war der dienstälteste Prinzgemahl der Geschichte des Landes.

Aber nicht nur Fans der Royal Family nahmen in den sozialen Medien – der Tweet mit dem ersten Statement wurde binnen einer Stunde gut 150.000 Mal geteilt – Anteil an dem Verlust der britischen Monarchin. Auch die ranghohen Familienmitglieder meldeten sich umgehend zu Wort. Nicht nur Thronfolger Prinz Charles und seine Ehefrau, Herzogin Camilla, die am Freitag ihren 16. Hochzeitstag feiern, gaben Philips Tod via Twitter und Instagram bekannt. Prinz William und Herzogin Catherine veröffentlichten das offizielle Statement ebenfalls auf den eigenen Kanälen.

Der öffentlichen Trauer der Königsfamilie folgten Kondolenzen aus der ganzen Welt. Boris Johnson, Großbritanniens Premierminister, äußerte sich eine knappe Stunde nach der Bekanntgabe der Königin. Auf Twitter schrieb er: „Unsere Gedanken sind bei Ihrer Majestät der Königin und ihrer Familie, die nicht nur eine sehr geliebte und hoch geschätzte Persönlichkeit, sondern auch einen hingebungsvollen Ehemann sowie einen stolzen und liebevollen Vater, Groß- und Urgroßvater verloren haben.“ Das Königreich sei vereint in Trauer und Dankbarkeit für Philips selbstlosen Dienst an dem Land.

Noch vor Johnson äußerte sich Außenminister Heiko Maas zu den Nachrichten aus dem Buckingham Palast. Er kondolierte ebenfalls via Twitter:

Neben Maas meldete sich aus Deutschland auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Wort. Auf Instagram schreibt er: „Mit Haltung, Charme und Witz hat er die Hochachtung und Liebe der Bevölkerung Ihres Königreichs gewonnen. Ich durfte seinen scharfsinnigen Humor bei unseren Begegnungen in London und Berlin auch persönlich mit großem Vergnügen erleben. Wir Deutsche trauern um eine gewinnende Persönlichkeit, die einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung unserer Nationen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges geleistet hat.“

Aus Australien kam ebenfalls eine persönliche Anteilnahme an dem Verlust der Königin, die auch Staatsoberhaupt des Landes ist. Premierminister Scott Morrison schrieb in seinem Statement: „Fast 80 Jahre hat Prinz Philip der Krone, seinem Land und dem Commonwealth gedient. Seine königliche Hoheit, der Duke of Edinburgh, war laut der Königin ihre ’Kraft und ihre Stärke’. Er verkörpert eine Generation, die wir nie wiedersehen werden.“

Aus Kanada, ebenfalls Teil des Commonwealth, kondolierte Premierminister Justin Trudeau: „Mit tiefer Traurigkeit habe ich heute vom Tod des Herzogs von Edinburgh erfahren. Als ein Mann mit großer Zielstrebigkeit und Überzeugung, der von einem Gefühl der Pflicht gegenüber anderen motiviert war, hat Prinz Philip so viel zum sozialen Gefüge unseres Landes – und der Welt – beigetragen.“

Weniger politisch, dafür sehr persönlich äußerte sich Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury, zum Tod von Prinz Philip. Das Oberhaupt der Kirche von England ist ein enger Vertrauter der royalen Familie, traute nicht nur Prinz Harry und Herzogin Meghan, sondern taufte auch die Kinder von William und Kate, George, Charlotte und Louis. Auf Twitter schrieb er: Prinz Philip „hat seine Interessen immer hinter die der anderen gestellt und lieferte damit ein hervorragendes Beispiel für den christlichen Dienst. [...] Bei allen Gelegenheiten, bei denen ich ihn traf, war ich immer beeindruckt von seiner offensichtlichen Lebensfreude, seines wachen Geistes und seiner Fähigkeit, mit Menschen aller Herkunft und aus allen Lebensbereichen zu kommunizieren. Er war ein Meister darin, Menschen zu beruhigen und ihnen das Gefühl zu geben, etwas Besonderes zu sein.“

Der schwedische König Carl XVI. Gustaf kondolierte im Namen seiner Familie. Philip sei, so schreibt es der schwedische Monarch auf Instagram, seit vielen Jahren ein großartiger Freund der Familie gewesen.

In Dänemark sprach Königin Margrethe II. der britischen Königsfamilie ihre Anteilnahme mit einem besonders schönen Portrait Philips aus. Das Bild, auf dem Philip den dänischen Orden der Elefanten trägt, stammt aus dem Jahr 2017.

TV-Moderator und Royal-Reporter Piers Morgan, der in letzter Zeit wegen seiner Äußerungen über Prinz Harry und Herzogin Meghan Schlagzeilen machte und deshalb sogar seinen „Good Morning Britain“ verlor, äußerte sich tief bewegt. Prinz Philip sei ein wahrhaft großer Brite gewesen, der sein Leben dem selbstlosen, öffentlichen Dienst widmete. Der Tag seines Todes sei ein sehr trauriger Tag für Großbritannien.

Ähnliches schrieb auch die Healthcare Workers’ Foundation, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des nationalen Gesundheitswesens (NHS) in Großbritannien unterstützt: „Wir wissen, dass viele NHS-Mitarbeiter im Laufe der Jahre mit Prinz Philip zusammengearbeitet haben, und unsere Gedanken sind bei allen, die über seinen Verlust traurig sind.“

Auch verschiedene britische Sportvereine, darunter auch der FC Chelsea sowie der Rangers Football Club, kondolierten:

Eine wichtige nationale „Institution“ ist auch Kater Larry, der in der Downing Street Nr. 10 wohnt und als persönlicher Mäusefänger der britischen Präsidenten tätig ist. Larry dankte Prinz Philip ebenfalls via Twitter für seinen Dienst:

Obwohl das erste Statement zum Tod Philips via Social Media veröffentlicht wurde und sich dort der Großteil der Kondolenzen findet, wurde die traurige Nachricht auch auf traditionellem Wege mit einem Schild vor dem Buckingham Palast bekanntgegeben. Kurz nach der Plazierung des offiziellen Statements entfernte der Palast das Schreiben jedoch wieder. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wolle man Menschenansammlungen vermeiden. Dennoch fanden sich zahlreiche Menschen vor dem Buckingham Palast und Schloss Windsor ein, um dort Blumen für Prinz Philip abzulegen.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Metz, Annina
Annina Metz
Redakteurin für Social Media.
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