FAZ plus ArtikelNorwegische Widerstandskämpfer

So verlor das „Dritte Reich“ den Wettlauf zur Atombombe

Von Roland Knauer, Lehnin
22.02.2019
, 06:22
Vor 75 Jahren sollte dem „Dritten Reich“ in Norwegen der Weg zur Atombombe versperrt werden. Widerstandskämpfer ließen einen Sprengsatz auf einer Fähre explodieren – 18 Menschen starben. Es war das Ende einer langen Schlacht.

Am frühen Morgen des 20. Februar 1944 mussten Knut Haukelid, Rolf Sørlie und Knut Lier-Hansen eine schwere Entscheidung treffen. Die drei norwegischen Widerstandskämpfer schlichen sich damals an Bord der Eisenbahnfähre „Hydro“, die in Mæl am Tinnsjø-See in der Provinz Telemark am Anleger auf einen Zug aus dem Vemork-Wasserkraftwerk wartete. Gut bewacht von deutschen Besatzungssoldaten standen in einem Waggon 39 Fässer mit schwerem Wasser, mit dessen Hilfe deutsche Kernphysiker einen Atomreaktor bauen wollten, der Plutonium für eine Atombombe liefern könnte.

Um das zu verhindern, brachten die Männer 8,4 Kilogramm Sprengstoff am Kiel der Fähre an. Als Zeitzünder verwendete einer der Saboteure den Wecker seiner Großmutter. Zwei von ihnen stammten aus der Gegend – und mussten befürchten, dass die Bombe Verwandte und Freunde, die als Passagiere oder Besatzung auf der Fähre sein könnten, in den Tod reißen würde. Warnen aber konnten sie niemanden, weil eine solche Information zu den Besatzern hätte durchsickern können.

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