Früherer König Spaniens

Juan Carlos zahlt 4,4 Millionen an den Fiskus

Von Hans-Christian Rößler, Madrid
26.02.2021
, 16:05
Mit der Zahlung hofft der emeritierte Monarch, einem Steuerstrafverfahren zu entgehen und seine Heimkehr nach Spanien zu beschleunigen. Nach Korruptionsvorwürfen war er im August nach Abu Dhabi gezogen.

Juan Carlos hat an die spanischen Finanzbehörden 4,4 Millionen Euro überwiesen. Das bestätigte sein Anwalt am Freitag in Madrid. Es ist schon die zweite Zahlung des emeritierten Monarchen, der nach Korruptionsvorwürfen im August nach Abu Dhabi gezogen ist. Im Dezember hatte er 678.000 Euro an den Fiskus erstattet.

Mit den freiwilligen Zahlungen hofft er, einem Steuerstrafverfahren zu entgehen und seine Heimkehr nach Spanien zu beschleunigen. Im Dezember ging es um nicht versteuerte Ausgaben, die Juan Carlos und weitere Familienangehörige mit Kreditkarten tätigten, die ihnen ein befreundeter mexikanisch-spanischer Bankier überlassen hatte.

Kritik von Ministerpräsident Sánchez

Die jüngste Überweisung betraf laut „El País“ Privatflüge im Wert von rund acht Millionen Euro. Die Zagatka-Stiftung seines entfernten Cousins Álvaro de Orléans hatte bis 2018 die Kosten für einen Großteil der vielen Reisen des Monarchen übernommen.

Diese Flüge betrachtet das spanische Finanzamt als Sachleistung, deshalb ist Einkommensteuer fällig. Es laufen noch weitere Ermittlungsverfahren gegen Juan Carlos wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche. Dabei geht es auch um die Überweisung von 100 Millionen Dollar aus Saudi-Arabien, die auch die Genfer Staatsanwaltschaft untersucht.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez kritisierte am Freitag das Finanzgebaren von Juan Carlos. Er empfinde die „gleiche Ablehnung wie die Mehrheit der spanischen Bürger“. Gleichzeitig lobte Sánchez, wie „vorbildlich“ sich König Felipe verhalte. Weiterhin ist unklar, wann und unter welchen Bedingungen Juan Carlos nach Spanien zurückkehren wird.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Rößler, Hans-Christian
Hans-Christian Rößler
Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot