Mann mit Büffelhörnern

Ein selbsternannter Schamane

08.01.2021
, 16:09
Im Netz wurde er prompt zum Meme: Bei der Erstürmung des Kapitols sorgte vor allem ein Mann mit Fellmütze und Büffelhörnern für Aufsehen. Er nennt sich selbst einen „Schamanen“ der „QAnon“-Verschwörungsideologie.

Nein, er sei nicht an der Erstürmung des Kapitols in Washington beteiligt gewesen, beteuerte Jamiroquai-Frontmann Jay Kay am Donnerstagabend in einem Video auf Twitter. Der britische Sänger ist für seine verrückten Kopfbedeckungen bekannt – unter der Fellmütze mit Büffelhörnern steckte aber ein anderer: Amerikanische Medien identifizierten den Mann mit der auffälligen Kleidung schnell als den 32 Jahre alten Jake Angeli, einen rechten Verschwörungsideologen und Trump-Unterstützer, der seit 2019 im Bundesstaat Arizona die Behauptungen der „QAnon“-Anhänger verbreitet – dazu zählt etwa, dass ranghohe Politiker der Demokraten angeblich einen internationalen Kinderhändlerring zur Prostitution Minderjähriger betreiben.

Durch sein Outfit zog Angeli bereits im vergangenen Jahr die Aufmerksamkeit der internationalen Presse auf sich. So bezeichnete er sich etwa in einem Interview mit dem ORF im Sommer 2020 als „QAnon-Schamanen“. In seinen Social-Media-Profilen finden sich Fotos, die ihn im November – ohne Verkleidung – mit Trumps Anwalt Rudy Giuliani in Arizona zeigen. Als angeblicher Schamane tritt Angeli immer wieder mit der Behauptung auf, „Q“ habe ihn geschickt („Q sent me“).

Auch bei der Erstürmung des Kapitols in Washington am Mittwoch rückte Angeli, der auf Fotos mit freiem Oberkörper und Speer in der Hand im Senat zu sehen ist, schnell in den Fokus. Deutlich sichtbar waren seine Tattoos – darunter ein Thorshammer, der aus der germanischen Mythologie stammt und unter anderem von Rechtsextremen in aller Welt als Symbol verwendet wird.

Die wohl nicht ganz so medienaffine Washingtoner Polizei lobte am Donnerstag 1000 Dollar für Hinweise zu seiner Person aus, in sozialen Netzwerken wurden ihm zahlreiche Memes gewidmet. Harmlos ist Angeli keineswegs: Wie CNN berichtet, teilte er neben „QAnon“-Behauptungen auf Facebook auch Beiträge, in denen zu Gewalt aufgerufen wird. Das Profil war am Freitag jedoch nicht mehr abrufbar. Ein Cousin beschrieb Angeli gegenüber dem Sender als „Patrioten“. Angeli selbst lehnte am Donnerstag und Freitag mehreren Medien gegenüber ein Statement ab.

Quelle: jant.
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