FAZ plus ArtikelEgozentrisch und rücksichtslos

Wenn der Partner ein Narzisst ist

Von Katrin Hummel
Aktualisiert am 12.01.2021
 - 12:23
Aggressiv, schamlos, schnell gekränkt, selbstverliebt: Besaß Trump die Reife für sein Amt?
Narzissten wollen immer heller strahlen als ihr Gegenüber. Dafür ist ihnen meist jedes Mittel recht: Manipulation, Beschimpfungen und dreiste Lügen. Woran merkt man, dass einem das in der eigenen Beziehung widerfährt – und wie geht man damit um?

Lena Alpmann, groß, Modelfigur, lernte ihren Ex-Mann vor acht Jahren bei einem Spieleabend kennen. Gleich am nächsten Tag rief er sie an, und beim ersten Date „hat es pling gemacht – viel zu schnell“, erinnert sie sich. Doch sie war zuvor lange Single gewesen, sie sehnte sich nach einer Beziehung, und ihr Ex betonte wieder und wieder, sie sei etwas Besonderes und die Frau seines Lebens. Er organisierte spontane Wochenendtrips nach Italien oder sogar nach Los Angeles, wo er sich eine Yacht ansah, die er eventuell kaufen wollte. Und er gab ihr das Gefühl, „alles zu können, zu wissen und zu machen“, erinnert sich die heute 36-Jährige.

Und so ging alles ganz schnell. Ein Dreivierteljahr, nachdem sie ihn kennengelernt hatte, war sie schwanger. Sie heirateten und kauften ein Haus. Doch nach und nach schlug ihre anfängliche Bewunderung in Enttäuschung um, immer öfter dachte sie nun: Der tut ja nur so großartig. Der weiß ja gar nicht alles. Der erzählt zwar viel, aber nicht alles stimmt. Und er hat ja gar nicht alles im Griff. „Ich begann damals, ihn zu hinterfragen, und das führte dazu, dass er mich mehr und mehr kontrollierte und manipulierte“, erzählt Alpmann, die wie alle Frauen in diesem Text eigentlich anders heißt.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Hummel Katrin
Katrin Hummel
Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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