Milzbrand

Stichwort: Vier Methoden, Milzbrand festzustellen

02.11.2001
, 00:00
Untersuchung von Anthrax-Erregern im Robert-Koch-Institut
Wissenschaftler kennen vier Verfahren, um Milzbranderreger sicher nachzuweisen. Gemeinsam ist allen, dass sie Zeit benötigen.
ANZEIGE

Zum Nachweis von Milzbrand-Erregern benutzen Wissenschaftler verschiedene Verfahren. Es kann mehrere Tage dauern, bis ein endgültiges Ergebnis der Untersuchung vorliegt. Im Labor werden folgende Methoden benutzt, um Milzbrand-Erreger nachzuweisen:

ANZEIGE

Mikroskopische Untersuchung: Untersuchung von Proben unter dem Mikroskop eignet sich nur für klinische Diagnosen, wenn etwa festgestellt werden soll, ob ein Tier an Milzbrand gestorben ist. Verdächtiges Material wie weißes Pulver lasse sich so nicht auf Milzbrand-Erreger (Bacillus anthracis) untersuchen, sagt der Molekularbiologe Wolfgang Beyer von der Universität Hohenheim.

Kultivierung: Um aus einer Probe den Erreger zu isolieren, legen die Wissenschaftler eine Kultur an. Dabei geben sie die Probe auf einen Nährboden und lassen die Bakterien sich vermehren. Das dauert mindestens zwölf Stunden. Falls die verdächtigen Materialien jedoch stark verunreinigt sind, müssen nach Angaben von Experten Bestätigungstests angestellt werden.

Polymerase Kettenreaktion (PCR): Ein Bestätigungstest, den die Universität Hohenheim einsetzt, ist die so genannte Polymerase Kettenreaktion (PCR). Bei diesem modernen Verfahren handelt es sich um eine Art der DNS-Analyse. Die DNS des zu untersuchenden Bakteriums wird isoliert und dann mit einer bestimmten Sorte Enzyme, den Polymerasen, vermehrt. Dann wird überprüft, ob die isolierte DNS mit der Milzbrand-DNS übereinstimmt. Wenn die DNA isoliert ist, liegt das Ergebnis in rund zwölf Stunden vor.

Tierversuch: Wenn keine andere Untersuchungsmethode ein eindeutiges Ergebnis bringt, greifen die Wissenschaftler auf den Tierversuch zurück. Damit lässt sich einem Papier der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge Milzbrand sehr zuverlässig nachweisen. Der Tierversuch ist nach Einschätzung des Hohenheimer Experten eine letzte Bestätigung, falls sich aus Kultivierung und PCR keine eindeutigen Ergebnisse erlangen lassen. Die verdächtigen Erreger werden in eine Maus gespritzt. Die Maus müsse drei Tage lang beobachtet werden.

ANZEIGE
Quelle: Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE