Herzblatt-Geschichten

Du, Schatz, ich habe geheiratet

Von Jörg Thomann
Aktualisiert am 25.10.2020
 - 12:08
Guckt manchmal fröhlich und manchmal auch traurig: Verona Poothzur Bildergalerie
Soll man vorm Seitensprung den Ehering ablegen? Hilft Frauen ein trauriger Blick weiter? Und wer zieht in sechzig Jahren nach L.A.? Die Herzblatt-Geschichten.

Es gibt in diesen so schweren Zeiten auch Geschichten, die uns anrühren. Zum Beispiel die von Delphine Boël, belgische Künstlerin, die sich im stolzen Alter von 52 Jahren plötzlich Prinzessin nennen darf. Viele Jahre hatte sie darum gekämpft, als uneheliche Tochter des belgischen Königs Albert anerkannt zu werden, wogegen der sich sperrte, bis er nach seiner Abdankung gerichtlich zu einem DNA-Test verpflichtet wurde. Seit diesem Monat darf sich Boël nun offiziell Prinzessin von Belgien nennen und sich mit einem Mal freundliche Worte ihrer neuen Familie anhören.

„Es war ein warmes Treffen“, haben laut Neuem Blatt die Prinzessin und ihr neuer Halbbruder König Philippe, 60, nach einer Zusammenkunft im Palast erklärt und angekündigt, dass sich ihre Verbindung „innerhalb der Familie weiterentwickeln“ werde. Unbestritten hat es Vorteile, wenn sich Geschwister erst mit fünfzig, sechzig Jahren kennenlernen: Zum einen musste man sich nie um Spielzeug oder die letzte Pommes streiten, zum anderen hat man sich auf Jahre noch Neues zu erzählen, statt die immergleichen abgestandenen Anekdoten hören zu müssen.

Nette Geste beim Seitensprung

Ein wenig frischen Wind in ihre Leben gebracht haben auch die Schauspieler Lily James und Dominic West, die dabei fotografiert wurden, wie sie sich in einem Straßencafé in Rom küssten und mit einem E-Roller durch die Gegend fuhren – zu zweit auf einem Gefährt, James dabei noch auf ihr Handy starrend. Ärger bekamen sie nicht mit der Verkehrspolizei (sie waren schließlich in Rom), sondern mit Catherine FitzGerald, Ehefrau Dominic Wests und Mutter seiner vier Kinder.

„Für Catherine besonders schmerzhaft: Ihr Mann hat für seine Affäre mit der 19 Jahre jüngeren James eigens seinen Ehering abgelegt“, weiß Gala. Wer als verheirateter Mensch ein Abenteuer sucht, die Gefühle des anderen aber schonen möchte, dem sei daher ans Herz gelegt, während des Seitensprungs nicht nur brav den Ehering zu tragen, sondern auf dem Nachttisch ein paar hübsche Fotos des Partners und der Kinder zu postieren; eine nette Geste, die Verbundenheit ausdrückt.

Wir sind noch zusammen

FitzGerald und West indes haben dafür einen anderen Weg gefunden: Nach einem Krisengespräch, schreibt Gala, „zeigten sich die beiden Arm in Arm den Journalisten, die bereits vor ihrem Haus warteten“, und tauschten einen Versöhnungskuss aus. „Dann händigte das Paar allen auch noch ein Statement aus. Darauf zu lesen: ,Unsere Ehe ist stark, und wir sind auf jeden Fall noch zusammen.‘“ Anstandshalber sollten sie so ein Statement auch Lily James zukommen lassen.

Von Phil Collins, 69, und seiner Ex-Frau Orianne Cevey, 46, ist ein solches eher nicht zu erwarten. 2008 ließen sie sich scheiden, was Cevey, wie Frau im Spiegel berichtet, „gigantische 27 Millionen Euro“ einbrachte, seit fünf Jahren aber lebten sie wieder gemeinsam in Miami – bis Collins herausfand: „Seine Orianne hat am 2.August in der ‚Graceland Wedding Chapel‘ in Las Vegas heimlich einen jungen und ziemlich mittellosen Gitarristen geheiratet.“

Jetzt könnte man sagen: Einen alten, reichen Schlagzeuger hatte sie halt schon. Nett ist die Sache trotzdem nicht, selbst wenn Orianne, was zu bezweifeln ist, bei der Trauung Phils Ehering getragen haben sollte. Mit ihrem Neuen soll sich Cevey nun in der Villa in Miami eingenistet und die Sicherheitscodes geändert haben, und angeblich will sie erst gehen, wenn die Scheidungsvereinbarung noch einmal neu verhandelt werde; andernfalls drohe sie „peinliche Anschuldigungen“ über Phil Collins zu veröffentlichen. Womöglich jene, dass Collins in Liebesdingen ein ziemlicher Esel ist?

Das Kaffeemädchen holt Kaffee

Ihre pikante Schlagzeile „Verona Pooth – ,Mein Leben mit drei Männern‘“ sabotiert Frau im Spiegel, indem sie die Sache schon auf dem Cover auflöst und Pooth mit Mann Franjo und den Söhnen San Diego, 17, und Rocco, 9, zeigt. Die Rollenverteilung in der Familie scheint recht traditionell zu sein. Wenn es ihre Männer, erzählt Verona, „nach einem Getränk vor dem Fernseher gelüstet, wird gefragt: ‚Wo ist denn das Kaffeemädchen?‘ Und dann läuft das Kaffeemädchen halt und holt Kaffee.“ Wir finden das wirklich schockierend. Mit neun Jahren darf Rocco schon Kaffee trinken?

Immerhin hat Verona, sagt sie, „auch meine Tricks: Ich kann zum Beispiel ganz traurig gucken, wenn ich was will.“ Da sollten sich ihre Geschlechtsgenossinnen ein Beispiel nehmen: Einfach nur lang genug traurig gucken, dann klappt’s schon mit dem Vorstandsposten.

„Sylvie Meis – Sie tut es doch! Hat ihr Mann sie überredet?“, fragt Closer auf der Titelseite, so dass jeder gleich rätselt, was mit „es“ wohl gemeint ist: irgendeine exotische Liebespraxis? Der Abschluss eines Bausparvertrags? Tatsächlich jedoch geht es um einen möglichen Umzug nach Los Angeles, den Meis bislang ausgeschlossen habe. Nun aber habe Meis’ Mann Niclas das Foto eines Kunstwerks gepostet, in dem sich laut Closer „kryptische Daten, die Raum für Spekulationen bieten“, finden: „Hinter dem Kennenlern-Datum ,31.05.19‘ kritzelte der Künstler ,31.05.80 Beverly Hills‘ – vielleicht ja der Hinweis auf eine Zukunft in L.A.“ Für uns kann da gar kein Zweifel mehr bestehen: Sylvie Meis und ihr Mann werden nach Los Angeles ziehen. Und zwar am 31. Mai 2080.

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Thomann, Jörg
Jörg Thomann
Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot