Herzblatt-Geschichten

Ich bin nicht so der Romantiker

Von Jörg Thomann
Aktualisiert am 03.05.2020
 - 12:29
Bald Herr und Frau Leche? Der Wendler und Laura Müller heiraten.zur Bildergalerie
Christian Drosten ist auf dem Cover der „Bunten“ gelandet, der Wendler muss um seinen Namen bangen und DSDS-Sieger Ramon Roselly schmückt seine Wand mit Unterhosen. Die Herzblattgeschichten.

Was wir wirklich gern mal lesen würden: ein Interview mit Christian Drosten. Allerdings ein ganz bestimmtes, nämlich eines auf der Seite „Was macht eigentlich...?“ ganz hinten im „Stern“. Womit wir, um Himmels willen, nichts gegen den Herrn Professor sagen wollen, sondern einfach nur, wie sehr wir uns wünschen, dass es mit Covid-19 ein Ende nimmt. Alternativ dürfte der „Stern“ dann gern auch fragen: „Was macht eigentlich das Coronavirus?“

Noch aber sind wir nicht so weit, noch ist Drosten ein Medienstar, und zwar einer – wie er betont – wider Willen. Weswegen wir ihm unser Beileid aussprechen müssen, dass er nun auf dem Cover der „Bunten“ gelandet ist. Gleich drei Autorinnen haben recherchiert, haben herausgefunden, dass Drosten gern Fahrrad fährt und joggt, zeigen uns ein Foto der Kirche, in der er einst getauft wurde, und seine alten Schulen. „Hier werden rund 100 Kinder in fünf Klassen unterrichtet“, heißt es über Drostens Grundschule in Geeste, was wir für ausgesprochen unnützes Wissen halten und gerade deshalb wohl leider nie mehr vergessen werden. Der kleine Christian jedenfalls war laut „Bunte“ „schon in der Grundschule klüger als die meisten“ – was die Frage aufwirft, warum er seinen Podcast dann nicht schon damals gestartet und uns das ganze Unheil erspart hat.

Apropos Podcast: Der von Drosten, „Bunte“, heißt nicht „Corona-Update“, sondern „Coronavirus-Update“, und ihn hören auch nicht, wie du behauptest, „mehr als 15 Millionen Menschen“. Wahr ist, dass bis Ende März die bis dato rund 20 Folgen des Podcasts insgesamt 15 Millionen Mal abgerufen worden waren, und das bedeutet dann schon etwas anderes. Da muss man von Glück sagen, dass „Bunte“ in ihrem Text nicht auch noch versucht, die Reproduktionszahl R zu erklären.

Der Wendler künftig der Müller?

Aufklärungsarbeit anderer Art hat, wie es sich für eine gute Mutter gehört, einst Goldie Hawn bei Kate Hudson geleistet. „Gala“ kennt die Details: „,Sex macht sehr viel Spaß‘, habe ihre Mutter ihr damals gesagt. ‚Aber es ist besser, wenn man nur mit einer Person Sex hat.‘ Das sei eine gute Lektion gewesen.“ Da werden jetzt viele Eltern erblassen und das eigene Versäumnis bedauern, ihren Nachwuchs nicht gleich als Erstes vor Gruppensex und Swinger-Partys gewarnt zu haben.

Damit ihr Gatte Justin Timberlake das mit der einen Person auch kapiert, hat ihm Jessica Biel laut „In“ eine Erinnerung in den Ehevertrag schreiben lassen: „Jessica hat auf eine Fremdgeh-Klausel bestanden, das heißt: Jeder Fremdflirt kostet ihn eine halbe Million Dollar.“ An dieser Nachricht wundert uns nicht nur, dass für „In“ Flirten und Fremdgehen offenbar das Gleiche ist, sondern auch, dass wir für Jessica Biel hier durchaus einen Interessenkonflikt erkennen. Nehmen wir an, sie ist persönlich mal knapp bei Kasse: Müsste sie nicht heimlich darauf hoffen, dass Timberlake den Vertrag bricht?

Mit ganz anderen Fragen schlagen sich die angehenden Eheleute Michael „Der“ Wendler, 47, und Laura Müller, 19, herum. Gut, der Vertrag mit RTL über die Live-Übertragung der Hochzeit in Las Vegas scheint in trockenen Tüchern, auch Lauras Verlobungsring ließ sich laut „Bild“-Zeitung dank der Kooperation mit dem Juwelier finanzieren. Nun jedoch droht „In“ zufolge „ein irrer Namensstreit“ mit Claudia Norberg, von der sich der Wendler gerade scheiden lässt: „Wendler ist nämlich nur ein Künstlername. Michael, der mit Geburtsnamen Skowronek heißt, hat bei der Hochzeit Claudias Namen angenommen. Den soll er nun ablegen, verlangt die 49-Jährige und schlägt vor: Er könnte ja Lauras Namen annehmen.“ Der Wendler künftig der Müller? Schwerlich vorstellbar. Wir möchten daher einen Vorschlag zur Güte machen. Der Wendler möge sich seines Geburtsnamens besinnen und ihn aus dem Polnischen übersetzen: Dann wären er und seine Liebste Michael und Laura Lerche. Könnte es einen schöneren Namen geben für einen Musiker als den eines Singvogels? Laut Wikipedia ist der Gesang vieler Lerchenarten „melodiös und wird mit großer Vehemenz“ vorgetragen. Okay, „melodiös“ würde man mit dem Wendler jetzt nicht unbedingt verbinden, das mit der Vehemenz aber kriegt er hin.

Zu kleine Unterhose von Silbereisen bekommen

Ebenfalls von seiner Frau scheiden lässt sich Filmkomponist Hans Zimmer, den „Bunte“ mit den Worten zitiert: „Wenn ich komponiere, nehme ich die Charakterzüge der Filmhelden an, und Suzanne muss das zu Hause aushalten.“ In den vergangenen Jahren also hat Suzanne Filmschurken bei sich zu Hause gehabt wie den Joker, Hannibal Lecter, Richard Nixon und den Kleinen Prinzen; da wundert es uns nicht, dass es schließlich zur Scheidung kam.

Auch nicht ganz leicht war das Leben des DSDS-Siegers Ramon Roselly, der mit fünf Schwestern in einer Schaustellerfamilie aufwuchs und erst mit 14 einen eigenen Wohnwagen bekam. Auf die „Bunte“-Frage, ob ihn das Leben mit so vielen Frauen femininer gemacht habe, entgegnet er: „Ich würde sagen, genau das Gegenteil. Ich bin eher männlicher und nicht so der Romantiker.“ Und dann erzählt er „Bunte“ noch, was er mit Florian Silbereisens roter Glücks-Unterhose gemacht hat, die ihm der DSDS-Juror in der Sendung überreichte: „Sie ist mir zwar viel zu klein, aber sie hat einen Ehrenplatz über meinem ‚DSDS‘-Siegerpokal.“ Wissen Sie was, Herr Roselly? Wenn Sie so viel Wert darauf legen, als männlich zu gelten, dann sollten Sie sich vielleicht keine rote Männerunterhose an die Wand hängen.

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Thomann, Jörg
Jörg Thomann
Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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