Stichwort

Die klassische Geflügelpest

09.05.2003
, 11:50
Erreger der klassischen Geflügelpest ist ein spezielles Grippevirus. Die Krankheit ist eine hoch ansteckende, fiebrige Virenerkrankung, die vor allem Hühner und Puten befällt.
ANZEIGE

Erreger der klassischen Geflügelpest ist ein spezielles Grippevirus. Die auch aviäre Influenza genannte Krankheit ist eine hoch ansteckende, fiebrige Virenerkrankung, die vor allem Hühner und Puten befällt, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner können betroffen sein. Wasservögel und Tauben sind seltener betroffen, Säugetiere gelten im Allgemeinen als nicht empfänglich. Von der Krankheit befallene Hühner bekommen Fieber, Atembeschwerden und Durchfall. Nach wenigen Tagen Inkubationszeit werden schlagartig fast alle Tiere krank. Sie legen keine Eier mehr und können innerhalb von Stunden bis Tagen sterben.

ANZEIGE

Für Menschen ist das Virus im allgemeinen nicht gefährlich. Jedoch starb vor wenigen Wochen ein 57-jähriger Tierarzt in den Niederlanden an Lungenentzündung, die offensichtlich von Erregern der Geflügelpest verursacht worden war. Mediziner raten Personengruppen, die mit an Geflügelpest erkrankten Vögeln in engen Kontakt kommen, Schutzkleidung zu tragen und sich impfen zu lassen, um eine Doppelinfektion mit den Grippeviren und dem Erreger der Geflügelpest zu verhindern. Außerdem wird die vorbeugende Einnahme eines antiviralen Medikaments empfohlen.

Ausbruch meist nach drei bis 14 Tagen

Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier, über den Kot oder Betreuungspersonen sowie durch die Luft. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt meist drei bis 14 Tage. Für einen akuten Fall sind die Anzeichen in Abhängigkeit von der Verlaufsform unterschiedlich. Meist treten hohes Fieber, Atemwegsprobleme, Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen, Mattigkeit, Fressunlust, verminderte Legeleistung und Durchfall auf. Die Tiere können aber auch ohne vorherige Anzeichen plötzlich tot umfallen oder ersticken. Die Sterblichkeitsrate liegt sehr hoch.

Geflügelpest ist anzeigepflichtig. Betroffene Gebiete müssen isoliert werden. Der Geflügelbestand wird getötet. Sperrbezirke werden eingerichtet. In diesem Bereich dürfen weder lebendes Geflügel noch Eier, Mist und Gülle transportiert werden. Das jetzt zirkulierende Influenza-A-Virus vom Typ H7N7 birgt nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) ein sehr geringes Infektionsrisiko auch für Menschen.

ANZEIGE

Erstmals 1878 beobachtet

Die auch als Europäische Geflügelpest bezeichnete Krankheit wurde erstmals 1878 in Italien beobachtet. Nach Seuchenzügen durch Europa, Amerika und Asien wurden seit den 30er Jahren zunächst keine Ausbrüche registriert, bis die „aviäre Influenza“ in den 80er Jahren in den USA und Irland erneut ausbrach.

Für die kürzlich bei Menschen in China beobachtete Vogelgrippe war ein anderer Influenza-Subtyp (H5) verantwortlich.

Quelle: dpa, AP
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE