Bad Nauheim

Viele Schäden am Tierheim

Von Wolfram Ahlers
15.05.2022
, 07:22
Streicheleinheit im Tierheim
An Fundamenten, Wänden und Dächern zeigen sich viele Schäden. Das Tierheim Wetterau muss saniert werden. Seit der Anfangszeit ist kaum in den Erhalt der Bauten investiert worden.
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Um den Zustand der Bauten auf dem Gelände des Wetterauer Tierheims ist es nicht gut bestellt. Was besonders für das Haus mit der Quarantänestation gilt. Schäden zeigen sich an vielen Stellen von Fundamenten, Wänden und Dächern. Von Handlungsbedarf in Anbetracht maroder Bausubstanz spricht denn auch Heiko Färber. Er ist langjähriger Vorsitzender des Vereins Tierheim Wetterau, der die Einrichtung am Rande des Bad Nauheimer Stadtteils Rödgen betreibt. Errichtet wurde die Anlage vor rund fünf Jahrzehnten auf feuchtem Gelände in den Niederungen der Wetter. Was wohl dazu führte, dass Fundamente sackten und die Bausubstanz geschädigt wurde.

Seit der Anfangszeit ist laut Färber kaum in den Erhalt der Bauten investiert worden, was zur Folge hat, dass es nach seinen Erkenntnissen mit Ausbesserungen nicht mehr getan ist, sondern einer großen Lösung bedarf, um die Bedingungen für Tiere und Mitarbeiter zeitgemäß zu gestalten. Um die gesamte Anlage auf Vordermann zu bringen, sind nach seinen Schätzungen Investitionen von einer bis anderthalb Millionen Euro erforderlich.

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Die Quarantänestation ist von besonderer Bedeutung

Ob es tatsächlich zum großen Wurf kommt, muss sich noch zeigen. Zumindest in Sachen Quarantänehaus könnte sich aber etwas tun. Die Gremien des Wetteraukreises haben Zustimmung zum Bau eines neuen Quarantänehauses bekundet und signalisiert, dafür einen angemessenen Betrag bereitzustellen. Der Kreis ist Mitglied des Trägervereins, wie auch 22 Städte und Gemeinden. Das kommt nicht von ungefähr, denn nach den Bestimmungen sind die Kommunen für Aufnahme, Unterbringung, Pflege und Betreuung von Fundtieren zuständig. Der Kreis wiederum ist für tierschutz- und tierseuchenrechtliche Sicherstellungen zuständig.

Dass der Fokus sich zunächst auf das Quarantänehaus richtet, hat nicht nur mit der Bausubstanz zu tun, vielmehr ist die Quarantänestation von besonderer Bedeutung für die Einrichtung, weil dort alle Tiere mit unbekannter Herkunft und unklarem Gesundheitsstatus untergebracht werden, um Übertragungen möglicher Krankheiten vorzubeugen.

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Die Quarantäne ist der Flaschenhals der Aufnahme von Fundtieren und sichergestellten Tieren und damit immens wichtig für den reibungslosen Tierheimbetrieb, wie Färber sagt. In einem ersten Schritt muss der Vorstand des Vereins ein Konzept für den Neubau des Quarantänehauses vorlegen, das auch eine Kostenkalkulation beinhaltet. Färber, im Hauptberuf Geschäftsführer des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, rechnet damit, dass das Gutachten bis zum Herbst vorliegen könnte. Dann werden sich Trägerverein, Kreis und Kommunen zusammensetzen, um die Finanzierung zu ermöglichen. Färber hofft auf eine rasche Einigung, auch weil die Erwartungen der Öffentlichkeit für den Tierschutz deutlich gestiegen seien.

Weitere finanzielle Unterstützung gewährt der Kreis

Um den laufenden Betrieb des Heims weiterhin wie gewünscht finanzieren zu können, wobei nach Angaben Färbers pro Jahr etwa 400.000 Euro zusammenkommen, haben die Mitglieder während ihrer jüngsten Versammlung eine Anpassung genannte Anhebung der Mitgliedsbeiträge beschlossen. Künftig soll ein Euro je Einwohner von den Kommunen entrichtet werden. Mit diesem Beschluss, heißt es, folge der Trägerverein einer Finanzierungsempfehlung des Deutschen Tierschutzbundes.

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Weitere finanzielle Unterstützung gewährt der Kreis. Diesbezüglich haben Kreis und Verein eine entsprechende Vereinbarung erneuert, die ebenfalls mit Beginn nächsten Jahres in Kraft tritt und eine Aufstockung vorsieht. Demnach bekommt der Verein im laufenden Jahr einen Zuschuss von 84 000 Euro, fortan wird dieser Betrag in jedem Jahr um weitere 1500 Euro erhöht. Zusätzliche 6000 Euro gibt es vom Kreis, wenn der Verein Ausbildungsplätze für angehende Tierpfleger anbietet.

Als weitere freiwillige Leistung finanziert der Kreis die Wildtier-Auffangstation. Dort werden verletzte, kranke und verwaiste Tiere aus freier Wildbahn kuriert, artgerecht gepflegt und wiederaufgepäppelt, um sie wieder in die Natur entlassen zu können. Dabei geht es besonders darum, Jungtiere optimal auf die Freiheit vorzubereiten und nicht länger als unbedingt erforderlich in Gefangenschaft zu halten. Insgesamt tragen Kreis und Kommunen gut zwei Drittel der Finanzierung des Tierheimbetriebs, den Rest steuert der Verein etwa über Spenden bei.

Quelle: F.A.Z
Autorenporträt / Ahlers Wolfram (was.)
Wolfram Ahlers
Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.
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