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Zu wenig Auslauf

Streit um Familien-Känguru in Bergen

Von Sabrina Leretz
 - 09:33

Als Känguru Viggo im vergangenen Sommer aus dem Reihenhausgarten in Bergen im Landkreis Celle ausbüxte, fingen die Probleme für die Familie von Benjamin Müller an. Seit rund drei Jahren lebte das Rotnackenwallaby da schon bei ihnen. Es stammte aus einem Tierpark in der Nähe von Karlsruhe. Nach dem Tod der Mutter hatte die Familie Müller das verwaiste Junge bei sich aufgenommen und mit der Hand aufgezogen.

Dank Polizeiverstärkung wurde Viggo nach seiner Flucht schnell wieder gefunden. Allerdings wurde das Veterinäramt des Landkreises Celle auf das Tier aufmerksam. Man stellte fest, dass der Garten mit seinen 150 Quadratmetern laut Säugetiergutachten des Bundesministeriums um mindestens 50 Quadratmeter zu klein ist. Außerdem forderte das Amt die „Vergesellschaftung“ mit einem weiteren Känguru. Und die Familie sollte nachweisen, dass sie die Kenntnisse und Fähigkeiten zur Känguruhaltung habe. Das Veterinäramt stellte der Familie deshalb ein Ultimatum: Komme sie den Forderungen nicht nach, werde ihr das Känguru weggenommen.

In Deutschland werden immer mehr exotische Haustiere gehalten, bestätigt eine Sprecherin des Deutschen Tierschutzbunds. Das sei zwar legal, solange zum Beispiel ein Känguru mit Papieren bei einem Züchter erworben werde und es sich nicht um Wildfänge handle. Allerdings gebe es häufig zu wenig Erkenntnisse über das Verhalten in natürlicher Umgebung und darüber, welche Voraussetzungen für eine artgerechte Haltung in Gefangenschaft erfüllt sein müssen. „Nicht selten brechen die Tiere aus oder werden gar ausgesetzt“, sagt die Sprecherin. Auch die Sicherheit spiele deshalb eine große Rolle. „Auf der einen Seite für die Kängurus, auf der anderen aber auch für die der Mitmenschen. So muss durch ein ausbruchsicheres Gehege gewährleistet sein, dass diese nicht auf die Straße rennen und einen Unfall verursachen können.“

Familienvater Benjamin Müller beteuert in einem Interview mit der „Celleschen Zeitung“, die Forderungen des Landkreises erfüllen zu wollen. Die Familie sei auf der Suche nach freistehenden Häusern mit größeren Grundstücken. Dort wolle sie dann auch ein zweites Känguru halten. „Die Kinder drehen durch, wenn er weg muss.“

Ein Sprecher des Landkreises sagt dazu am Montag: „Die gewährte Frist wurde zwei Mal verlängert. Stand heute wurden die geforderten Nachweise nicht erbracht.“

Quelle: FAZ.NET
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