Vor Sewastopol

Russland setzt offenbar Delfine zum Schutz seiner Flotte ein

28.04.2022
, 15:00
Ein Delfin in einem Aquarium in Clearwater im US-Bundesstaat Florida (Symbolbild)
Die russische Armee setzt laut Berichten amerikanischer Medien Delfine ein. Die Meeressäuger könnten etwa feindliche Taucher abwehren. Es sind nicht die einzigen Tiere, die zu militärischen Zwecken eingesetzt werden.
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Die russische Marine setzt laut US-Medienberichten auch vom Militär trainierte Delfine ein, um ihre Flotte im Schwarzen Meer zu beschützen. An der Einfahrt zum Hafen von Sewastopol seien dazu zwei Unterwassergehege platziert worden, schrieb das unabhängige US Naval Institute (USNI) am Mittwoch (Ortszeit) in seinem Nachrichtenportal. Satelliten-Aufnahmen legten nahe, dass die Gehege im Februar dorthin verlegt worden seien, etwa zu der Zeit, als Russlands Angriff auf die Ukraine begann.

Denkbar sei, dass die Delfine zur Abwehr feindlicher Taucher eingesetzt werden sollen, die versuchen könnten, in den Hafen einzudringen und Kriegsschiffe zu sabotieren. Viele davon seien derzeit außer Reichweite ukrainischer Raketen.

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Die „Washington Post“ schrieb, der US-Satellitenfotodienst Maxar teile die Einschätzung der USNI-Experten. Der Anbieter hatte der Zeitung entsprechende Aufnahmen zur Verfügung gestellt. Angesichts ihres hervorragenden Gehörsinns seien die Meeressäuger in der Lage, Minen und andere potentiell gefährliche Gegenstände aufzuspüren, hieß es weiter. Auch das US-Militär trainiere seit den 1960er Jahren Delfine und Seelöwen, um sie gegen Bedrohungen unter Wasser einzusetzen.

Einsatz von Tieren, um Minen aufzuspüren

Laut dem US Naval Institute, das in Annapolis im Bundesstaat Maryland sitzt, entwickelte die sowjetische Marine während des Kalten Krieges mehrere Programme mit Meeressäugern, darunter eines mit sogenannten Kampfdelfinen nahe Sewastopol. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sei dieses an das ukrainische Militär gegangen, als Folge der russischen Annexion der Halbinsel Krim 2014 dann aber unter Kontrolle der Marine Russlands geraten. Seither seien diese Programme ausgeweitet worden.

Neben Delfinen und Seelöwen werden auch andere Tiere zu militärischen Zwecken eingesetzt – oftmals ebenfalls, um Minen aufzustöbern. Diese Aufgabe können außer Spürhunden beispielsweise auch Ratten oder Bienen übernehmen. Letztere sollen bei der Minensuche sogar effektiver sein als teure Suchgeräte oder Spürhunde. Zehntausende Bienen können eine größere Fläche in einer relativ kurzen Zeit absuchen, ohne Minen aus Versehen auszulösen. Die geschulten Tiere werden zum Beispiel darauf trainiert, den Geruch des Explosionsmaterials mit Nahrung in Verbindung zu bringen. In der Nähe von vergrabenen Minen schwärmen sie dann in der Hoffnung, dort Nahrung zu finden. Darüber hinaus werden zum Transport militärischen Geräts Pferde und Maultiere eingesetzt. Mit ihnen manövrieren etwa die Gebirgsjäger der Bundeswehr durch entlegenste Passagen.

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Quelle: shüs./dpa
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