Auf ihre Anatomie abgestimmt

Für Polizeihunde in NRW gibt es jetzt spezielle Erste-Hilfe-Sets

16.04.2022
, 14:24
Übung: Polizist mit Puppe
Diensthunde begleiten die Polizei auch bei gefährlichen Einsätzen. In NRW wurde deshalb ein Erste-Hilfe-Set speziell für die Tiere entwickelt – denn wie für die Beamten besteht für sie Verletzungsgefahr.
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Für die Polizeihunde in Nordrhein-Westfalen gibt es nun ein spezielles Erste-Hilfe-Set. Nach und nach sollen alle Diensthundeführer damit ausgestattet werden. Entwickelt wurde das Set vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei (LAFP) gemeinsam mit Wissenschaftlern und Tierärzten. „Die enthaltenen Verbandsmaterialien sind genau auf die Hundeanatomie abgestimmt“, sagte ein LAFP-Sprecher der F.A.Z. Damit könnten Polizisten „Schuss- und Stichverletzungen im Brust- und Rückenbereich der Hunde behandeln“ oder mit einem an das Hundebein angepassten Abbindesystem Blutungen stoppen. „Diensthunde gehen als Partner an der Seite von Polizistinnen und Polizisten in gefährliche Einsatzlagen, so wie für die Beamten besteht auch für die Tiere Verletzungsgefahr.“

Den professionellen Umgang mit den Erste-Hilfe-Materialien trainieren die Beamten im LAFP in Selm. Dort gibt es auch einen sogenannten Hundesimulator mit eigenem Herz-Kreislauf-System, situativ anpassbarer Blutzirkulation und der naturgetreuen Nachbildung sämtlicher lebenswichtiger Organe. An diesem analog zu einer Erste-Hilfe-Menschenpuppe entwickelten Hundepuppe trainieren Hundeführer die Reanimation des Herz-Kreislauf-Systems ihres Kollegen auf vier Pfoten, die Beatmung, die Herzdruckmassage, die Versorgung einer stark blutenden Wunde oder den Luftröhrenschnitt. „So fortgebildet, gewinnen Mensch und Hund im Falle einer Verletzung wertvolle Zeit bis zur Behandlung durch einen Veterinär“, sagte der LAFP-Sprecher.

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Allein die nordrhein-westfälische Polizei hält 300 Diensthunde. Die Tiere sind aus der Arbeit von Ermittlern nicht mehr wegzudenken. Sie sind nicht nur für Rauschgiftfahnder unentbehrliche Arbeitskollegen, sondern werden auch zu Sprengstoff-, Brandmittel-, Banknoten-, Schutz- oder Leichenspürhunden ausgebildet. Im Zeitalter der immer schneller voranschreitenden Digitalisierung wird zudem das Schnüffeln nach Datenträgern bei der Aufklärung von Kriminalfällen aller Art immer wichtiger. Gerade bei der Aufklärung von Fällen massenhaften Kindesmissbrauchs wie in Lügde, Münster oder Bergisch Gladbach leisten Datenträgerspürhunde regelmäßig wichtige Dienste.

Quelle: reb.
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