Rassehundeausstellung

1600 Hunde und der Kampf gegen Qualzuchten

08.05.2022
, 20:36
Eine Hündin der Rasse „Malteser“ sitzt auf einem Tisch bei der Internationalen Rassehundeausstellung.
10.000 Schaulustige wollten in Erfurt einen Blick auf die Tiere werfen. Ursprünglich waren laut Veranstalter 4000 Hunde angemeldet – eine neue Tierschutz-Verordnung sorgte jedoch für den Ausschluss vieler Hunde.
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Schräge Frisuren, freudige Frauchen und Herrchen und jede Menge Gebell: Die internationale Rassehundeausstellung auf dem Erfurter Messegelände hat am Wochenende rund 10.000 Schaulustige angelockt. Dies sei zwar unter dem Niveau aus Vor-Corona-Jahren, sagte eine Messesprecherin am Sonntag. „Aber wir sind trotzdem zufrieden.“ Immerhin laufe das klassische Messe-Geschäft erst seit zwei Wochen wieder. Zudem hätten für die Hundeschau, an die auch eine Rassekatzen-Ausstellung gekoppelt war, strenge Auflagen einer zum Jahresbeginn eingeführten Tierschutz-Hundeverordnung gegolten.

Sie soll verhindern, dass Tiere aus sogenannten Qualzuchten gezeigt werden – also mit Rassemerkmalen, die künstlich und für die Tiere mit Schmerzen herbeigeführt werden. Das gilt etwa für kupierte Schwänze. Die Aussteller hätten eine entsprechende tierärztliche Bescheinigung vorweisen müssen, sagte der Erfurter Amtstierarzt Ulrich Kreis am Sonntag. Das Veterinäramt Erfurt kontrollierte die Einhaltung der Auflagen vor Ort, was vor allem am Samstag zu langen Wartezeiten für die Hundehalter am Einlass führte.

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Nicht alle hätten sich an die Auflagen gehalten. „Wir haben etliche rausgefischt“, sagte Kreis. So hätten etwa einzelne Hunde mit Atemproblemen oder kupierten Schwänzen nicht gezeigt werden dürfen. In der Regel hätten die Halter Verständnis für die Kontrollen gehabt, berichtete der Veterinärmediziner. Teilweise habe es aber auch Diskussionen gegeben.

Teilnehmer laufen mit ihrem Hund bei der Internationalen Rassehundeausstellung zur Bewertung über den Parkour.
Teilnehmer laufen mit ihrem Hund bei der Internationalen Rassehundeausstellung zur Bewertung über den Parkour. Bild: dpa

Die Landesvorsitzende des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH), Marianne Müller, kritisierte in einer Mitteilung am Sonntag, dass „die kurzfristige Allgemeinverfügung der Stadt Erfurt in Bezug auf die Tierschutz-Hundeverordnung erheblich die Organisation und Durchführung“ erschwert habe. 2400 Meldungen von ursprünglich angekündigten 4000 Rassehunden seien zurückgezogen worden. Vertreten waren in Erfurt rund 1600 Hunde. Elf Zuchtvereine und der VDH-Landesverband informierten die Besucher über Hundezucht. Gezeigt wurden auch 140 Rassekatzen.

Quelle: dpa
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