Nach Forderung von Schmidt

Hendricks gegen Abschuss von Wölfen

10.01.2017
, 22:30
Zurück in Deutschland: Ein Wolf im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck in Brandenburg
Schießen oder schützen? Nachdem Landwirtschaftsminister Schmidt gefordert hatte, Wölfe teilweise zum Abschuss freizugeben, bekommt er nun Widerspruch von Umweltministerin Hendricks.
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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist Forderungen entgegengetreten, Wölfe in Deutschland in begrenzter Zahl zum Abschuss freizugeben. Hendricks reagierte unter anderem auf eine Äußerung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Er hatte sich für eine „begrenzte Abschussfreigabe“ ausgesprochen.

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Hendricks sagte den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Mittwochausgabe): „Die Entnahme einzelner Wölfe, die zum Beispiel immer wieder geschützte Nutztiere erbeuten oder sich dem Menschen gegenüber auffällig verhalten, ist ja bereits erlaubt. Die geltende Rechtslage zum jetzigen Status des Wolfs reicht dafür völlig aus.“ Die Ministerin betonte: „Eine wie auch immer beschränkte Abschussfreigabe ist gar nicht erforderlich.“

„Wir sind an einen Punkt angekommen, an dem gehandelt werden muss“

Schmidt hatte die beschränkte Abschussfreigabe für Wölfe mit dem Verweis darauf gefordert, dass der Wolf in Deutschland keine natürlichen Feinde habe. „In einem dicht besiedelten Land wie bei uns müssen der Ausbreitung Grenzen gesetzt werden“, hatte Schmidt der „Passauer Neuen Presse“ gegenüber gesagt: „Mir scheint, wir sind an einen Punkt angekommen, an dem gehandelt werden muss.“

In anderen Ländern gebe es bereits eine Obergrenze für die Zahl der Wölfe und eine beschränkte Abschussfreigabe. „So etwas brauchen wir auch in Deutschland“, so Schmidt. Der Wolf sei kein jagdbares Wild, aber eine Regulierung des Bestandes müsse möglich sein. „Es geht nicht darum, den Wolf wieder aus Deutschland zu vertreiben. Wir müssen ihn einhegen“, forderte der CSU-Politiker. Beim Schutz der Landwirtschaft und der Viehhaltung vor „Problemwölfen“ müssten Bund und Länder gemeinsam vorgehen.

Lange Zeit gab es keine Wölfe in Deutschland. Nun steigt ihre Zahl wieder. Im abgelaufenen Monitoring-Jahr 2015/2016 waren es laut Bundesamt für Naturschutz 46 Rudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere. In vielen europäischen Staaten und auch in Deutschland sind Wölfe streng geschützt. Das bedeutet, dass sie weder getötet noch verletzt werden dürfen. Bei Missachtung drohen hohe Geld- und sogar Haftstrafen.

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Quelle: hepo./dpa
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