Im Extremfall Abschuss möglich

NRW regelt Umgang mit Problem-Wölfen

24.03.2022
, 14:09
Im Zoo Osnabrück: keine Problem-Wölfe
Nordrhein-Westfalen hat den Umgang mit Problem-Wölfen klarer als bisher geregelt. Sie dürfen nun aktiv vergrämt und im Extremfall sogar getötet werden.
ANZEIGE

Nordrhein-Westfalen hat den Umgang mit sogenannten Problem-Wölfen klarer als bisher geregelt. Nach einer vom Landeskabinett beschlossenen neuen Wolfsverordnung ist nun nicht nur das aktive Vergrämen etwa mit Gummigeschossen, Warn- oder Schreckschüssen, künstlichen Lichtquellen oder Spiegeln erlaubt, sondern in Extremfällen auch der Abschuss einzelner der Tiere, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz eigentlich höchsten Schutz genießen.

In Nordrhein-Westfalen wurden erstmals 2009 durchziehende Wölfe beobachtet. Seither haben sich mehrere Tiere niedergelassen. Aktuell gibt es im bevölkerungsreichsten Bundesland vier Wolfsgebiete am Niederrhein, in Ostwestfalen, der Eifel und im Oberbergischen Land. Vierzig Attacken von Wölfen auf Nutztiere – meist Schafe, zunehmend aber auch Kleinpferde – gab es allein im vergangenen Jahr in NRW. Mit mehr als der Hälfte der Fälle war das Wolfsgebiet am Niederrhein besonders betroffen. Vergeblich klagte ein Schäfer von dort im vergangenen Jahr auf den Abschuss von Problem-Wölfin Gloria.

ANZEIGE

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hatte in den vergangenen Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass die viel beschworene Ko-Existenz von Wolf und Mensch am Niederrhein nicht funktioniere. „Das dortige Wolfsrudel stresst Bürger, Schäfer, Landwirte und Ponybesitzer unglaublich“, bekräftigte die Ministerin nun in der „Rheinischen Post“.

Mit ihrer neugefassten Wolfsverordnung orientiert sich Heinen-Esser am niedersächsischen Recht. Entsprechend dürfen erwachsene Wölfe nun auch in Nordrhein-Westfalen vergrämt werden, wenn sie sich Menschen, die sich weder in einem Auto oder einem Hochsitz aufhalten, mehrfach auf unter 30 Metern Entfernung nähern. „Entnommen“, also erschossen werden darf ein Wolf nach der neuen Verordnung, wenn er „einen Menschen verletzt, ihn unprovoziert verfolgt oder sich ihm gegenüber in sonstiger Weise unprovoziert aggressiv gezeigt hat und sich nicht verscheuchen oder vergrämen lässt“ oder wenn ein „ernster wirtschaftlicher Schaden“ droht. Zuvor muss jedoch die oberste Naturschutzbehörde bestätigen, dass eine Gefährdungslage vorliegt. Ob es nach neuem Recht bald zum Abschuss von Problem-Wölfin Gloria kommt, lässt sich also nicht absehen.

ANZEIGE
Quelle: reb.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Baufinanzierung
Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
Automarkt
Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen
50Plus
Serviceportal für Best Ager, Senioren & Angehörige
Gutscheine
Finden Sie die besten Angebote
Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
ANZEIGE