FAZ plus ArtikelWeniger Schiffsverkehr

Nur eine kurze Pause für die Meere

Von Christian Schubert, Paris
05.06.2020
, 05:27
Über und unter dem Wasser war es nun lange still. Fangquoten werden aber später aufgefüllt. Die Meeresforscher bleiben beunruhigt.

Sie können zehn Meter lang sein und fünf Tonnen wiegen. Riesenhaie werden vor der Küste der Bretagne immer mal wieder gesichtet. Doch dass eines der als harmlos geltenden Tiere den Hafen von Brest besucht, kommt äußerst selten vor. Ein Exemplar des zweitgrößten Fischs der Erde wurde vor einigen Wochen direkt neben Fischerbooten und Jachten beobachtet. Weiter südlich, in den Calanques von Marseille, sind Delphine aufgetaucht. Und in den Kanälen von Venedig entdeckten Biologen Seepferdchen und einen Oktopus.

Die Coronavirus-Krise hat der Meereswelt eine Verschnaufpause verschafft. „Es wurde weniger gefischt, es gab weniger Lärm und weniger Schiffsverkehr. Das hat auf die Population eine unmittelbare Auswirkung“, sagt François Houllier, der Präsident des französischen Meeresforschungsinstituts Ifremer. In aller Welt blieben die Fischereiflotten in den Häfen. Wegen der Enge an Bord war das Abstandsgebot kaum einzuhalten. Außerdem brach den Fischern aufgrund der Schließungen von Restaurants und Hotels ein großer Teil der Nachfrage weg.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schubert, Christian
Christian Schubert
Wirtschaftskorrespondent in Paris.
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