Eine Tote und viele Verletzte

Auto fährt in Berlin in Menschenmenge – Polizei findet Bekennerschreiben

08.06.2022
, 17:01
Das Auto, das am Mittwoch zunächst in eine Menschenmenge fuhr und schließlich in einem Parfümgeschäft zum Stehen kam.
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Am Mittwochmorgen fährt ein Fahrzeug nahe dem Berliner Ku’damm in eine Menschenmenge, dabei stirbt eine Lehrerin aus Hessen. Auch Schüler werden verletzt. Die Polizei nimmt den mutmaßlichen Fahrer fest. In dem Auto wurde angeblich ein Bekennerschreiben gefunden.

In der westlichen Berliner Innenstadt ist ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde am Mittwochvormittag nach Angaben der Polizei ein Mensch getötet. Mehr als ein Dutzend Menschen seien verletzt worden, teils schwer. Zunächst hatte die Feuerwehr von 30 Verletzten gesprochen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist dabei auch eine Schülergruppe betroffen. Die Polizei machte zunächst keine Angaben dazu und verwies auf Angehörige, die noch informiert werden müssten. Auf Twitter gab die Behörde eine Möglichkeit bekannt, wie sich Angehörige informieren können: „Unsere Personenauskunftsstelle für Angehörige ist erreichbar unter 030 - 84854460“, hieß es.

Die von einem Autofahrer in Berlin getötete Frau ist eine Lehrerin aus Nordhessen gewesen. Die Frau sei mit einer zehnten Klasse einer Schule aus Bad Arolsen im Kreis Waldeck-Frankenberg zu Besuch in der Hauptstadt gewesen, teilte die hessische Landesregierung am Mittwoch mit. Ein weiterer Lehrer, der mit der Gruppe unterwegs war, sei schwer verletzt worden. Auch Schülerinnen und Schüler seien unter den Verletzten.

Fahrer wird von Polizei vernommen

Wie die Polizei mitteilte, fuhr der Mann gegen 10.26 Uhr seinen Renault-Kleinwagen an der Straßenecke Ku'damm und Rankestraße auf den Bürgersteig des Ku'damms und in eine Menschengruppe. Dann fuhr er den Angaben zufolge zurück auf die Kreuzung und knapp 200 Meter weiter auf der Tauentzienstraße Richtung Osten. Kurz vor der Ecke Marburger Straße lenkte er den Wagen erneut von der Straße auf den Bürgersteig, touchierte ein anderes Auto, überquerte die Marburger Straße und landete im Schaufenster eines Parfümerie-Geschäfts mit der Adresse Tauentzienstraße 16.

Bild: Google Maps

Die Polizei hat den Fahrer festgenommen, wie Polizeisprecher Thilo Cablitz am Mittwochvormittag vor Ort sagte. Bei dem Mann handelt es sich um einen 29 Jahre alten in Berlin lebenden Deutsch-Armenier. Das schrieb die Polizei am Mittwochmittag bei Twitter. Der Mann sei zunächst von Passanten festgehalten worden. Er werde nun vernommen und es werde geprüft, ob es sich um eine vorsätzliche Tat oder einen Verkehrsunfall handle, oder ob auch ein medizinischer Notfall in Betracht komme. Nach Informationen der dpa wurde in dem Auto ein Bekennerschreiben gefunden, über den Inhalt wurde zunächst nichts bekannt. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet Die Zeitung zitierte zudem einen Ermittler: „Auf keinen Fall ein Unfall – ein Amokläufer, ein eiskalter Killer.“ Eine Polizeisprecherin bestätigte das zunächst nicht.

Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz und versorgten die Verletzten. Die Umgebung war weiträumig abgesperrt. Die Hauptstadt-Polizei ist mit etwa 130 Kräften vor Ort, wie sie bei Twitter mitteilte. Das Fahrzeug, das am Vormittag in eine Menschenmenge und in ein Geschäft gefahren war, sei vor Ort sichergestellt worden. Die Polizei ist zudem mit einem Hubschrauber im Einsatz. Damit wollen sich die Ermittler ein Gesamtbild von der Lage vor Ort machen, wie ein Polizeisprecher am Mittwochmittag sagte. Auch ein Rettungshubschrauber war zu sehen.

Mehrere Stunden nach dem Vorfall wurde das Europacenter zum Teil geräumt. Grund sei die genauere Untersuchung des Autos des Täters, das gegenüber des großen Einkaufszentrums stand. Es gehe um eine reine Vorsichtsmaßnahme, falls sich in dem Wagen etwas Gefährliches befinden sollte, so die Polizei.

© Twitter

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat sich schockiert über den Vorfall gezeigt. „Ich bin in der Lagezentrale und informiere mich laufend. Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei allen Betroffenen!“, twitterte Spranger am Mittwoch. „Ich bin schockiert über den Vorfall in Charlottenburg.“

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich nach dem Vorfall bestürzt. „Meine Gedanken sind bei den schwer und sehr schwer Verletzten, bei dem Todesopfer“, erklärte er am Mittwoch. „Und sie sind bei denen, die Schreckliches erleben mussten. Mein tiefes Mitgefühl gilt ihnen, allen Angehörigen und Hinterbliebenen.“

An der Gedächtniskirche war im Dezember 2016 ein islamistischer Attentäter in einen Weihnachtsmarkt gefahren. Damals starben zwölf Menschen, mehr als 70 wurden verletzt. Für Mittwochabend ist in der Kirche nun ein Gedenkgottesdienst geplant. Gestaltet werde die Andacht um 19 Uhr unter anderem von Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein und der Pfarrerin der Gedächtniskirche, Kathrin Oxen, wie die Kirche im Vorfeld mitteilte. In der Veranstaltung sollten alle Menschen die Gelegenheit bekommen, ihre Trauer auszudrücken und zusammen den Betroffenen und Angehörigen zu gedenken, hieß es. Viele Menschen würden aktuell in der Kirche seelsorgerisch betreut.

Quelle: dpa/AFP/shüs./pasc./joch./sreu.
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