Thüringen

Ein Toter bei Erdfall in Garten – Untersuchungen dauern an

06.07.2022
, 20:27
Ein Feuerwehrmann blickt in das Loch, in das am Montag ein Mann beim Rasenmähen gefallen ist.
Experten untersuchen seit Montagabend, wie sich in einem Garten im thüringischen Bad Sulza ein tiefes Loch auftun konnte. Anfängliche Sorgen um weitere Erdfälle in der Region scheinen sich aber nicht zu bestätigen.

Es ist eine Horrorvorstellung: Während man im eigenen Garten den Rasen mäht, tut sich unter den Füßen plötzlich ein sechs Meter tiefes Loch auf. Genau das ist am Montag einem Mann in Bad Sulza nahe Weimar widerfahren. Der 62-Jährige konnte von den Rettungskräften nur noch tot aus dem Loch geborgen werden. Die Erde habe auch während der Rettungsmaßnahmen stetig nachgegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Könnte es zu weiteren Erdfällen in der Region kommen? Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) begann noch am Montagabend mit den Untersuchungen, um diese Frage zu klären. „Es gibt aus unserer Sicht keinen Anlass zur Sorge für die Gesellschaft“, sagte ein Sprecher der Behörde dann am Dienstag.

Auswertung historischer Karten

Da das Loch ersten Erkenntnissen zufolge etwa die Form einer Glocke habe und nach unten hin breiter werde, könne es jedoch passieren, „dass der Rand nicht standhält“, sagte der Sprecher weiter. „Aber darüber hinaus ist kein erhöhtes Risiko für das weitere Umfeld erkennbar.“ Die Absperrung im Radius von 50 Metern sei ausreichend.

Am Mittwoch wurden von einem Team des TLUBN Bilder im Inneren des Lochs gemacht. Da mit weiteren Erdrutschen in unmittelbarer Nähe der Einsturzstelle zu rechnen ist, unterstützte ein Leiterwagen der Feuerwehr die Behördenmitarbeiter.

Erste Ergebnisse liegen nach Angaben eines TLUBN-Sprechers nach der Kamerabefahrung noch nicht vor. Die Bilder müssten nun begutachtet und ausgewertet werden. Zusätzlich müssten weiter historische Karten zum Altbergbau an dem Standort untersucht werden, um herauszufinden, ob das Loch durch einen plötzlichen Erdfall zustande kam oder es im Zusammenhang mit dem Altbergbau in der Region steht. Bis substantielle Ergebnisse vorlägen, werde es wohl noch eine Weile dauern, sagte der Sprecher.

Bei Erdfällen handelt es sich um natürliche Ereignisse, die insbesondere durch wasserlösliche Gesteinsschichten entstehen. Diese lösen sich auf und darüber liegende, nicht wasserlösliche Gesteinsschichten brechen in den entstandenen Hohlraum ein. In Thüringen kommt das etwa 20 Mal im Jahr vor; in diesem Jahr bereits sieben Mal.

Tagesbrüche hingegen entstehen meist durch Einsturz von unverfüllten Altbergwerkstollen im Untergrund, die dann bis zur Erdoberfläche durchbrechen und die Gefahr weiterer Einstürze in der Umgebung bergen. Dies sei den Angaben des TLUBN jedoch eher selten.

Quelle: tobm./dpa
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