Bayern

Vier Männer sterben bei Unfall nach Geisterfahrt

Aktualisiert am 18.11.2020
 - 10:38
Tödliche Geisterfahrt bei Hohenbrunn in Bayern
Am Dienstagabend ist es auf der A99 nahe München zu einem schweren Unfall mit vier Toten gekommen. Eines der Fahrzeuge war wohl als Geisterfahrer mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen.

Der Rettungshubschrauber, der Dienstagabend kurz nach dem Unfall auf der Autobahn 99 landete, musste ohne Patienten an Bord wieder abfliegen. Schwerstverletzte waren zwar zuvor noch von den herbeigerufenen Rettungskräften reanimiert worden, doch letztlich hatte keiner der insgesamt vier Insassen den Zusammenprall ihrer beiden Fahrzeuge überlebt. Dass es ein Frontalzusammenstoß, etwa auf der Höhe der Ausfahrt Hohenbrunn, gewesen sein musste, darauf deutete der Zustand der Autos: „Die Fahrzeuge waren sehr stark deformiert“, sagt Michael Graf, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, der in der Nacht vor Ort war. „Das muss ein Zusammenprall mit großer Energie gewesen sein.“

Die erste Meldung erreichte die Polizei am Dienstagabend etwa um 21.45 Uhr. Es hieß, es habe einen Unfall gegeben, an dem ein Geisterfahrer beteiligt sei. „Wir hatten leider keinen Vorlauf, wie das manchmal bei Meldungen zu Geisterfahrern zum Glück der Fall ist. Wir erfuhren vom Geisterfahrer und vom Unfall in einem Atemzug.“ Als Graf zum Unfallort kam, waren die Unfallopfer schon ihren Verletzungen erlegen. Das Fahrzeug, das offenbar den Unfall verursacht hat, war ein VW Sharan mit rumänischem Kennzeichen. Der Fahrer, der mutmaßlich als Geisterfahrer unterwegs war, war vermutlich rumänischer Staatsangehöriger. Die genaue Identität ist noch nicht bekannt, die Ermittlungen dazu laufen noch. Sein Beifahrer war ein 50 Jahre alter Rumäne. Das Auto, das mit dem Fahrzeug zusammenstieß, war ein Audi A4. Der Fahrer war 34 Jahre alt, sein Beifahrer 43 Jahre alt, beide waren Deutsche.

Die Autobahn musste bis um 3.45 Uhr am Mittwochmorgen komplett gesperrt werden, damit der hinzugezogene Gutachter den Unfallort vermessen konnte, um den Unfallhergang klären zu können. Dass der Geisterfahrer gerade erst auf die Autobahn aufgefahren sei, sei weniger wahrscheinlich, sagt Graf. Die Fahrzeuge seien zwischen Abfahrstreifen und Auffahrstreifen zum Stehen gekommen. Der Geisterfahrer war demnach wahrscheinlich schon länger auf der Autobahn unterwegs. Der Zusammenstoß sei offenbar bei hoher Geschwindigkeit passiert.

Kurz nach dem Unfall kamen auch schon die ersten Kamerateams von Fernsehsendern und „Freischaffenden“, wie Graf erläutert. Wieso sie so schnell von dem Unfall erfahren haben? „Sie sind in der Regel gut vernetzt.“ Ebenso vor Ort waren Spezialisten des Kriseninterventionsteams, um den zahlreichen Kräften von Polizei und Feuerwehr in der Nacht zur Seite zu stehen. Der Einsatz sei „sehr belastend“ gewesen.

Quelle: ktr.
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