Zugunglück nahe Garmisch

Ermittler fokussieren sich auf technische Defekte

06.06.2022
, 19:10
Einsatz- und Rettungskräfte stehen neben der Bahnstrecke, kurz nachdem sich das schwere Zugunglück bei Garmisch-Patenkirchen am 3. Juni 2022 ereignet hat.
Laut Bayerns Innenminister Herrmann wird überlegt, ob neben Fahrgestellen von Waggons auch Bahnschienen oder -schwellen sichergestellt werden. Einem Zeitungsbericht zufolge wollte die Deutsche Bahn auf dem Streckenabschnitt zeitnah Arbeiten vornehmen.

Bei den Ermittlungen zur Ursache des tödlichen Zugunglücks von Garmisch-Partenkirchen rücken die Schienen und Fahrgestelle ins Zentrum der Ermittlungen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte am Montag dem Bayerischen Rundfunk, die Unfallursache werde „mit dem Schwerpunkt in Richtung technische Defekte gesucht“.

Fahrgestelle von Waggons seien bereits sichergestellt worden, „und es wird im Moment auch überlegt, inwieweit einzelne Schienen oder Schwellen sichergestellt werden müssen. Auf jeden Fall werden die im Moment peinlichst genau untersucht und vermessen“, sagte der Minister.

Nach einem Bericht der Zeitung Die Welt plante die Deutsche Bahn auf der Unglücksstrecke in Kürze Sanierungsarbeiten an den Gleisen. Demnach sollten vom 25. Juni bis 9. Juli zwischen Oberau und Garmisch-Partenkirchen eine nächtliche Gleislageberichtigung und Schienenerneuerungen stattfinden. Mit dem Begriff Gleislagefehler werden demnach Abweichungen in der Höhe oder Breite des Schienenfahrwegs von den gewünschten Maßen beschrieben, vergleichbar mit einer Bodenwelle bei einer Straße.

Die Deutsche Bahn habe auf Fragen der Zeitung dazu mitgeteilt, dass sie sich aufgrund der laufenden Ermittlungen hierzu derzeit nicht äußern könne. Die Zeitung berief sich auf eine Liste der DB Netz AG mit anstehenden Baumaßnahmen.

Der Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München war am Freitag kurz nach der Abfahrt plötzlich entgleist. Vier Frauen und ein 14-Jähriger kamen ums Leben, eine Person schwebte noch in Lebensgefahr.

Ein Fehler des Fahrpersonals ist laut Herrmann im Moment nicht ersichtlich. Aber es werde immer noch in alle Richtungen ermittelt.

Quelle: AFP/dpa
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