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Ermittler suchten Österreicher

Tourist setzt sich auf Statue und bricht Zehen ab

08.08.2020
, 13:43
Ein Tourist aus Österreich wollte in einem Museum in Italien ein Andenkenfoto aufnehmen und setzte sich auf eine Statue. Dabei brach er der Venus mehrere Zehen ab.

Das Missgeschick eines Österreichers in Italien sorgt in dem Mittelmeerland für reichlich Wirbel: Der Mann besuchte nach Medienangaben am vergangenen Samstag ein Museum im norditalienischen Possagno bei Treviso, das dem Bildhauer Antonio Canova gewidmet ist. Inmitten von lebensgroßen Statuen wollte er ein Erinnerungsfoto von sich machen lassen. Er legte sich einer Frauenfigur, die auf einer Liege ruht, an die Füße – da passierte es: Von der Statue brachen Zeh-Teile ab. Seither lachen viele Italiener über die Aufnahmen des Vorfalls. Sogar ein Museumsvideo des Unfalls kursiert in den Medien.

Der Tourist habe sich inzwischen entschuldigt, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag schrieb. Er habe signalisiert, den Schaden ausgleichen zu wollen. Die Polizei hatte, wie es hieß, umfangreich ermittelt. Denn der Unfallverursacher sei abgefahren, ohne sich zu melden. Doch mit Hilfe der Bilder von Sicherheitskameras und der Daten, die Besucher wegen der Corona-Krise beim Museum angeben müssen, sei er aufgespürt worden.

In einem Entschuldigungsschreiben, aus dem das Museum auf seiner Facebook-Seite zitierte, schrieb der Tourist, er habe erst aus den österreichischen Zeitungen von dem Vorfall erfahren. Ihm sei der Schaden, den er verursacht habe, beim Besuch gar nicht aufgefallen, weshalb er seinen Besuch in Italien wie geplant fortgesetzt habe, ohne sich beim Museum zu melden. Er sei aber keineswegs geflüchtet, sondern habe einfach seinen Urlaub fortgesetzt und nach dessen Ende das Land wieder verlassen.

Der Regionalpräsident von Venetien, Luca Zaia, dankte den „großartigen Carabinieri“ für das Aufspüren des Touristen. „Einfache Entschuldigungen reichen nicht“, schrieb er Mitte der Woche auf Facebook. Der Mann müsse zahlen. Dem Schreiben des Zehenabbrechers ist zu entnehmen, dass er sich nicht nur entschuldigt, sondern auch das Museum um Informationen über die weiteren nötigen Schritte bittet.

Der Österreicher hat sich mittlerweile in einem Schreiben an das Museum entschuldigt. Bild: EPA

Bei dem beschädigten Objekt handelt sich um das Gipsmodell der Marmorstatue „Venus Victrix“ des italienischen Bildhauers Antonio Canova. Er bekam um 1805 den Auftrag die damals 25 Jahre alte Pauline Bonaparte, Schwester Napoleons, als liegende Liebesgöttin Venus darzustellen. Die Marmorstatue zieht viele Bewunderer in die Galleria Borghese in Rom. Das Gipsmodell ist seit 1829 in Possagno ausgestellt. Schäden musste die „Gypsotheca“ nur während des Ersten Weltkriegs hinnehmen. 1917 wurde das Dach bei einem Bombenangriff zerstört, einige Gipsstatuen wurden dabei beschädigt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Statuen vorsorglich in den Tempel von Possagno transportiert, wo sie bis 1946 blieben. Zehen hatten sie in all den Jahren nicht verloren.

Quelle: marw./dpa
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