Hurrikan „Eta“

Mehr als 70 Tote nach Wirbelsturm in Mittelamerika

06.11.2020
, 05:12
Hurrikan „Eta“ hat sich zum Tiefdruckgebiet abgeschwächt und bringt extrem viel Regen nach Mittelamerika. Erdrutsche und Überschwemmungen sind die Folge. Es ist zu befürchten, dass die Zahl der Opfer deutlich steigen wird.

Die Zahl der Todesopfer durch den Wirbelsturm „Eta“ in Mittelamerika ist auf mehr als 70 gestiegen. Allein in Guatemala schnellte sie auf über 50 hoch, wie Präsident Alejandro Giammattei am Donnerstag mitteilte. Schlammlawinen rund um die Stadt San Cristobal Verapaz hätten etwa 25 Häuser verschüttet. Wegen überfluteter Straßen müssten Helfer sich den Weg zu Fuß zum Unglücksort bahnen. In Honduras bestätigten die Behörden sieben Todesopfer.

Weitere Tote wurden auch aus Nicaragua, Costa Rica und Panama gemeldet. In Honduras warteten Hunderte Menschen auf Hilfe, die sich vor den Fluten auf die Dächer ihrer Häuser gerettet hatten. Schnellboote und Hubschrauber sollen die Menschen in den unzugänglichen Gebiete in Sicherheit bringen. In einem Dorf nahe San Cristóbal Verapaz im Zentrum von Guatemala wurden bei einem Erdrutsch 25 Häuser verschüttet, wie Präsident Alejandro Giammattei sagte.

„Eta“ war am Dienstag in Nicaragua als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie 4 mit Windstärken von 241 Kilometern pro Stunde und starkem Regen auf Land getroffen. Auf dem Weg nach Honduras hat er sich zu einem tropischen Tiefdruckgebiet abgeschwächt,das aber in der ganzen Region für heftigen Regen gesorgt hat.

In Honduras rief die Regierung die Menschen in den tieferen Gebieten des Sula-Tals im Nordwesten des Landes dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. „Der Pegelstand des Flusses Ulúa hat 15 Meter überschritten“, teilte das Präsidialamt mit. „Die Überschwemmungen werden katastrophal sein.“ Mit Schnellbooten und Helikoptern holten Soldaten und Polizisten die Menschen aus den besonders gefährdeten Gebieten.

Allerdings konnten die Einsatzkräfte offenbar nicht allen Opfern des Unwetter zügig helfen. „Niemand reagiert. Wir haben die Einsatzkräfte angerufen, aber niemand antwortet“, sagte ein Mann aus dem Departement Cortés in einem im Internet veröffentlichten Video. „Das Wasser geht nicht zurück, wir sind alle auf den Dächern. Bitte schickt dringend ein Boot.“

Das Tiefdruckgebiet bewegt sich nur langsam fort und bringt viel Regen mit. Nach einer ergiebigen Regenzeit in den vergangenen Monaten sind viele Böden allerdings bereits durchnässt und können kaum weiteren Regen aufnehmen. Dadurch steigt die Gefahr von Erdrutschen. „Eta“ ist der 28. Tropensturm im Atlantik in der laufenden Saison. So viele Tropenstürme gab es bislang nur im Jahr 2005. Die Hurrikan-Saison in der Karibik dauert noch bis zum 30. November. „Eta“ dürfte nach der Prognose des amerikanischen Hurrikanzentrums nun weiter über Honduras und dann erneut auf die Karibik hinausziehen. Am Wochenende könnte der Tropensturm dann auf Kuba und die Kaimaninseln treffen.

Quelle: chrs./dpa/Reuters
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