Schwechat

Österreich gibt Spritreserven frei

Von Stephan Löwenstein
04.06.2022
, 13:42
Die Schwechater Raffinerie in Österreich.
Nach einem Unfall in einer Raffinerie in der Nähe von Wien hat die österreichische Regierung Spritreserven für sechs Tage freigegeben. Die Versorgung sei aber sicher, hieß es.

Ein Unfall in der größten Raffinerie in Österreich hat die Regierung in Wien veranlasst, einen Teil der nationalen Treibstoffreserven freizugeben. So solle die Versorgungssicherheit gewährleistet werden, heißt es in einer Mitteilung vom Samstagvormittag. Der Unfall hatte sich am Freitag in der Hauptdestillationsanlage für Rohöl der Raffinerie in Schwechat bei Wien ereignet. Zwei Personen wurden durch den „mechanischen Zwischenfall“ leicht verletzt, wie es in einer Mitteilung des teilstaatlichen Konzerns OMV hieß. Ursache und Ausmaß würden untersucht. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) versicherte, dass „sich niemand Sorgen machen" müsse, ob die Versorgung mit Kraftstoffen sicher sei. Genau für solche Fälle seien die Reserven da. Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) teilte mit, es sei noch nicht absehbar, wie lange es dauere, bis der Schaden behoben ist. Um auch längere Reparaturarbeiten zu überbrücken, werde ein Teil der staatlichen Ölreserve, 112.000 Tonnen Diesel und 56.000 Tonnen Benzin, frei gegeben.

Laut Mitteilung der Regierung entspricht das der Reserve für sechs Tage. Insgesamt umfasse die staatliche Reserve den durchschnittlichen Ölverbrauch in Österreich in 90 Tagen. Für die Freigabe ist eine Energielenkungsverordnung des Klimaschutzministeriums erforderlich, die noch am Samstag erlassen werden soll. Die im Parlament vertretenen Parteien seien über das Vorgehen informiert worden, die erforderliche Zustimmung des Hauptausschusses des Nationalrats solle im Nachhinein erfolgen.

Die Raffinerie war schon seit 19. April für Wartungsarbeiten in einen Stillstand versetzt worden. Im Zuge dieser Arbeiten hat sich offenbar dieser „mechanische Zwischenfall“ ereignet. Wann die Anlage nun wieder in Betrieb genommen werden kann, ist nicht absehbar. „Wir werden eng mit unseren Kundinnen und Kunden und Lieferanten zusammenarbeiten, um etwaige Auswirkungen auf die Produktverfügbarkeit abzumildern", teilte die OMV mit. Kanzler Nehammer äußerte: „Es stehen auch weiterhin noch genügend Reserven zur Verfügung, wenn es den Bedarf gibt.“

Quelle: F.A.Z.NET
Autorenportät / Löwenstein, Stephan
Stephan Löwenstein
Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.
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