Flug ins Himalaya-Gebirge

Suche nach vermisstem Flugzeug in Nepal für die Nacht eingestellt

29.05.2022
, 17:04
Eine Doppelmaschine der Tara Airlines auf dem Flughafen in Jomsom, einem beliebten Ferienort westlich von Kathmandu, Nepal. Hier ist ein Flugzeug verschwunden. (Symbolbild)
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Das Flugzeug habe sich auf dem Weg nach Jomsom, einem beliebten Reiseziel für Bergsteiger, befunden. Auch zwei Deutsche waren an Bord. Die Suche wurde nun unterbrochen – Grund seien schlechtes Wetter und die Dunkelheit, teilte der Militärsprecher mit.

In Nepal wird ein Passagierflugzeug mit zwei Deutschen und 20 weiteren Menschen an Bord vermisst. Der Funkkontakt zu der Maschine vom Typ Twin Otter sei kurz nach ihrem Start am Sonntagmorgen in der westlichen Stadt Pokhara abgebrochen, teilte die Fluggesellschaft Tara Air mit. Die Suche nach der Maschine, die auf dem Weg zum beliebten Bergsteiger-Ziel Jomsom war, wurde bereits zu Beginn durch schlechtes Wetter behindert.

Suche wird über Nacht unterbrochen

Das zweimotorige Flugzeug war laut Tara Air am Vormittag nach Jomsom gestartet. Bei den 19 Passagieren handelte es sich demnach um zwei Deutsche, vier Inder und 13 Nepalesen. Zudem waren drei Besatzungsmitglieder an Bord. Nach Angaben der nepalesischen Flugaufsicht riss der Kontakt zu der Maschine in Höhe des Dorfes Ghorepani ab, das sich in einer Höhe von gut 2870 Metern befindet.

Jomsom ist ein beliebter Ausgangspunkt für Bergwanderungen im Himalaya-Gebirge. Von Pokhara, Nepals zweitgrößter Stadt, ist Jomsom nur etwa 20 Minuten entfernt.

„Wir versuchen das Gebiet, in dem das Flugzeug sein könnte, zu orten“, sagte ein Tara-Air-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der zivilen Flugaufsichtsbehörde waren Kräfte von Polizei, Armee und Bergrettung im Einsatz.

Nachdem zwei Hubschrauber losgeschickt worden seien, wurde die Suche nun nach Militärangaben jedoch für die Nacht unterbrochen. Grund seien schlechtes Wetter und die Dunkelheit, teilte der Militärsprecher Narayan Silwal am Sonntag auf Twitter mit. „Die Suche wird morgen früh sowohl aus der Luft als auch vom Boden aus wieder aufgenommen“, kündigte er an.

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Nepal
Flugzeug mit zwei Deutschen an Bord vermisst
Video: AFP, Bild: dpa

EU hat nepalesische Fluggesellschaften aus ihrem Luftraum verbannt

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es zu den vermissten Deutschen, die deutsche Botschaft in Kathmandu bemühe sich „mit Hochdruck um Aufklärung“. Dazu stehe sie mit den nepalesischen Behörden in Kontakt.

Die Luftfahrt in Nepal boomt seit Jahren und wird sowohl für Touristen als auch für den Gütertransport ausgebaut. Die Sicherheitsstandards sind angesichts unzureichender Ausbildung des Personals und mangelhafter Wartung der Maschinen allerdings niedrig. Die Europäische Union hat daher alle nepalesischen Fluggesellschaften aus ihrem Luftraum verbannt.

Hinzu kommt, dass sich in dem Himalaya-Staat einige der abgelegensten und schwierigsten Landebahnen befinden. Das Wetter in Nepals Bergen kann schnell umschlagen und gefährliche Flugbedingungen schaffen.

Tara Air ist eine Tochter der nepalesischen Fluggesellschaft Yeti Airlines. Das private Unternehmen fliegt viele entlegene Ziele an. Seinen letzten tödlichen Unfall verzeichnete es 2016, als ein Flugzeug mit 23 Menschen auf der selben Route wie die nun vermisste Maschine in einer Bergregion des Bezirks Myagdi abstürzte.

Familienmitglieder und Angehörige von Passagieren an Bord der Twin Otter von Tara Air.
Familienmitglieder und Angehörige von Passagieren an Bord der Twin Otter von Tara Air. Bild: AFP

Im März 2018 waren beim Absturz einer Maschine der bangladeschischen Fluggesellschaft US-Bangla in der Nähe des internationalen Flughafens der Hauptstadt Kathmandu 51 Menschen ums Leben gekommen. Das folgenschwerste Flugzeugunglück in Nepal hatte sich 1992 ereignet. Damals starben 167 Menschen an Bord einer Maschine von Pakistan International Airlines, als diese im Anflug auf den Flughafen Kathmandu abstürzte.

Diesen Monat wurde in Bhairahawa Nepals zweiter internationaler Flughafen eröffnet. Der umgerechnet 70 Millionen Euro teure Bau soll den Airport in Kathmandu entlasten und buddhistischen Pilgern aus ganz Asien den Weg in Buddhas Geburtsort Lumbini erleichtern, der sich unweit des neuen Flughafens befindet.

Quelle: AFP/dpa
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