Österreich

99 deutsche Schüler aus Bergnot gerettet

Von Stephan Löwenstein, Wien
08.06.2022
, 11:02
Die ausgewählte Route war zu schwierig für die unerfahrene Gruppe.
Am Dienstag sind 99 Schüler und acht Lehrer auf einem Schulausflug in Bergnot geraten. Zwei Schüler wurden dabei leicht verletzt. Die Gruppe konnte nach einem Notruf der Lehrer mit Hubschraubern gerettet werden.

Ein vermeintlicher Nachmittagsspaziergang während einer Landschulwoche im Kleinwalsertal hat in der Nacht zum Mittwoch für 99 Schüler und acht Lehrer aus Ludwigshafen mit Bergnot und einer Rettung per Hubschrauber geendet. Die Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren waren in Begleitung der Lehrer um etwa 15 Uhr auf einer Wanderroute in dem österreichischen Urlaubsgebiet aufgebrochen, die in einer Beschreibung auf einer Bergwander-Website als „klasse Feierabendroute“ beschrieben worden war. Darauf verließen sich offenbar die Begleitpersonen.

Tatsächlich führte die Route von Hirschegg im Kleinwalsertal zum Walmendingerhorn über eine Strecke, die laut Mitteilung der Behörden „Schwindelfreiheit, Trittsicherheit sowie Erfahrung im alpinen Gelände erfordert“. Überdies war die schmalste Stelle, der Heuberggrat, wegen der vorangegangenen Regenfälle nass und glitschig.

Ein Teil der Gruppe entschied sich umzukehren. Dabei rutschten zwei Schüler ab und wurden leicht verletzt. Andere Kinder gerieten in Panik. Eine der Begleitpersonen setzte daraufhin einen Notruf ab. 70 Teilnehmer wurden durch Hubschrauber mittels Taubergung und Evakuierungssets geborgen, die übrigen stiegen begleitet von der Bergrettung ab. „Mehrere Schüler waren erschöpft, unterkühlt, durchnässt und völlig aufgelöst“, teilte die Polizei mit. Der Fall werde nach Abschluss der Erhebungen der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur strafrechtlichen Beurteilung übermittelt.

Ein Sprecher der Bergrettung sagte der Austria Presse Agentur, es seien zwei Hubschrauber zur Verfügung gestanden. Die Schüler seien in Dreiergruppen vom Berg gebracht worden. „Man kann sich ausrechnen, wie oft geflogen werden musste.“ Der Sprecher riet dringend davon ab, Routen nur aufgrund von Beschreibungen zu planen, die man irgendwo im Internet finde.

Quelle: F.A.Z.
Autorenportät / Löwenstein, Stephan
Stephan Löwenstein
Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.
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