Lob von Feuerwehr

Slackliner rettet von Strömung erfasstem Paar wahrscheinlich das Leben

06.06.2019
, 15:19
Starke Strömung: Ein Passant geht über einen Steg, der über die Isar führt.
Ein an der Isar sitzendes Paar gerät plötzlich in die Strömung, doch in der Nähe trainiert ein Slackliner, der geistesgegenwärtig ein Rettungsseil arrangiert. Die Feuerwehr hat ihn nun für einen Zivilcourage-Preis vorgeschlagen.

Ein Slackliner hat ein Pärchen in München mit einem selbstgebauten Seil aus der Isar gerettet. Der Student hat dank seines Hobbys, dem Balancieren auf sogenannten Slacklines, also zwischen Bäumen gespannten Seilen, dem in Not geratenen Pärchen wohl das Leben gerettet. Eine 28 Jahre alte Frau war mit ihrem ein Jahr älteren Freund in die Isar gefallen und wegen der starken Strömung abgetrieben. Mit letzter Kraft klammerten sich die beiden im kalten Wasser an einer Mauer fest und riefen um Hilfe, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte.

Zwei Männer sahen, wie der Physikstudent am Mittwoch ganz in der Nähe mit Freunden eine Slackline, also ein langes Band zum Balancieren, über die Isar gespannt hatte und darauf übte. „Die kamen angerannt und fragten, ob wir helfen können“, sagte der 23 Jahre alte Sören Arlt. Er habe sich mehrere stabile Schlingen, mit denen er die Slackline an Bäumen befestigt, geschnappt, sie aneinander gebunden und zu dem Pärchen ins Wasser geworfen.

„Die Frau war ziemlich fertig und hatte kaum noch Kraft“, erzählte Arlt. „Ihr habe ich zugerufen, mit den Beinen in die Schlinge zu schlüpfen, weil das kraftsparender ist als sich mit den Händen festzuhalten.“ Auch ihr Partner habe sich festgeklammert.

„Gutes Teamwork“

„Etwa fünf Minuten später kam die Polizei, die zusätzlich ein Seil ins Wasser warf“, sagte Arlt. Schlussendlich stiegen Taucher der Feuerwehr ins Wasser und retteten die beiden. Mit leichter Unterkühlung und blauen Flecken kamen sie in eine Münchner Klinik. Dieses konnten sie am gleichen Tag wieder verlassen.

Der Sprecher der Feuerwehr ist sich sicher: Hätte Arlt nicht die Schlingen ins kalte Wasser geworfen, wäre das Pärchen abgetrieben und wahrscheinlich ertrunken. „Die Strömung ist zurzeit sehr stark, und die Isar führt viel kaltes Wasser“, erklärte er.

Die Feuerwehrer-Männer haben Arlt für einen Preis für Zivilcourage des Stadtfeuerwehrverbands München vorgeschlagen. Als Held sieht sich der Student übrigens nicht: „Das war eher gutes Teamwork.“

Quelle: dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot