Waldbrände in Brandenburg

Anwohner dürfen zurück in ihre Häuser

20.06.2022
, 09:22
Rauchschwaden sieht man über Treuenbrietzen nur noch vereinzelt.
In Brandenburg erhält die Feuerwehr Unterstützung von oben: Starker Regen dämmt die Brände ein. Die Einsatzkräfte haben die Feuer jetzt unter Kontrolle.

Im Kampf gegen zwei große Waldbrände in Brandenburg hat starker Regen am frühen Montagmorgen für deutliche Entlastung gesorgt. Die Feuer waren zunächst noch nicht ganz gelöscht, aber unter Kontrolle. „Es sieht deutlich entspannter aus“ sagte der Bürgermeister von Beelitz, Bernhard Knuth (parteilos). Zwar gebe es immer noch einige Brand- und Glutnester, aber die Menschen könnten zurück in ihre Häuser. „Alle Evakuierungen und Straßensperren sind aufgehoben.“ Auch im nahe gelegenen Treuenbrietzen, 80 Kilometer südwestlich von Berlin, wurde der Regen gegen 7.00 Uhr immer stärker.

Laut dem Deutschen Wetterdienst sollte es am Montag weiterhin kräftigen Regen und lokale Gewitter geben. Die Stadt Beelitz teilte am frühen Morgen im Internet mit: „Der Brand ist zwar unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht. Auch wenn uns der aktuelle Regen sehr hilft, kann es trotzdem nochmal zu starker Rauchentwicklung kommen. Wir bitten in diesen Fällen sich ähnlich zu verhalten, wie am gestrigen Abend – Fenster und Türen sollten geschlossen gehalten werden und halten Sie sich möglichst wenig im Freien auf.“

Am Wochenende hatten zwei große Waldflächen nur rund 20 Kilometer voneinander entfernt bei Treuenbrietzen und Beelitz (beide Landkreis Potsdam-Mittelmark) gebrannt. Riesige Rauchschwaden hingen über dem Gebiet. Der Brandgeruch war laut Feuerwehr selbst in Dresden wahrzunehmen. Wechselnde Winde hatten für eine starke Ausbreitung des Feuers geführt. Jeweils brannten etwa 200 Hektar Wald, eine Größe von knapp 300 Fußballfeldern.

Wegen des Feuers nahe Treuenbrietzen mussten 600 Menschen ihre Häuser verlassen. Mehr als 400 Einsatzkräfte vor allem der Feuerwehr sollten in der Nacht zu Montag vor Ort sein. Der Kampf gegen die Flammen ist in dem Gebiet besonders schwierig, weil im Boden eines ehemaligen Spreng- und Übungsplatzes Munition liegt. Die Feuerwehrleute kommen nicht direkt an den Brand heran. Hubschrauber der Bundeswehr löschten aus der Luft. Auch in Beelitz wurden einige Straßenzüge evakuiert.

Insgesamt waren am Sonntag rund 1400 Einsatzkräfte laut Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Einsatz. Überwiegend seien es Helfer der Freiwilligen Feuerwehren aus Brandenburg, aber auch solche aus Sachsen-Anhalt, gewesen. Dazu kamen nach Woidkes Angaben Bundeswehrsoldaten sowie Kräfte des Technischen Hilfswerkes und anderer Rettungsorganisationen.

Quelle: dpa
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