Abermalige Sturmwarnung

Wie schützt man sich vor einem Tornado?

Von Julia Verstraelen
23.05.2022
, 15:45
Völlig zerstörte Autos an einer Straße im nordrhein-westfälischen Lippstadt
Nach den dramatischen Tornado-Schäden hat der Deutsche Wetterdienst wieder vor starken Unwettern gewarnt. Er gibt zudem Hinweise, wie man sich am besten vor den Windhosen schützen kann.

Umgestürzte Bäume, eingestürzte Häuser und auf dem Rücken liegende Autos: Eine Schneise der Verwüstung und 43 Verletzte hat allein der Tornado in Paderborn vergangenen Freitag hinterlassen. Mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen teilen dieses Schicksal. Für Montagnachmittag gibt es nun neue Warnungen für Hessen und NRW, wie der Deutsche Wetterdienste (DWD) mitteilte.

Wirklich überraschend sind diese Wetterlagen nicht – zumindest nicht für Meteorologen. Denn auch wenn viele Menschen Bilder von tobenden Windhosen eher den USA zuschreiben, so sie auch in Deutschland vor. Laut Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des DWD, gibt es hierzulande jedes Jahr zwischen 20 und 80 Tornados, deren Intensität mit denen aus den USA vergleichbar sind. Zwar müssen dafür bestimmte Bedingungen wie eine niedrige Wolkenuntergrenze und Windscherungen erfüllt sein, doch von einer Ausnahme im Wettergeschehen sei nicht zu sprechen. Die unterschiedliche Wahrnehmung erklärt sich aber vermutlich damit, dass Tornados in den USA etwa zehn Mal öfter vorkommen als in Deutschland.

Der Keller als Schutzort

Für Montagnachmittag rechnet der DWD wieder mit starkem Unwetter, auch weitere Tornados seien möglich. Und obwohl es keine Ausnahme ist: für guten Schutz sollte man unbedingt sorgen. „Das ist das Besondere in diesem Fall, hier geht es wirklich um das nackte Überleben“, so Friedrich. Der Schutz vor Tornados sieht allerdings völlig anders aus, als wir es von regulären Gewittern gewohnt sind. „Die sonst vor Blitzen schützenden Autos werden bei einem Tornado zur tödlichen Falle“, sagt der Fachmann. Sie könnten leicht durch die Luft gewirbelt oder von Bäumen zerdrückt werden. Auch Häuser seien nicht automatisch sicher. „Nur der Keller bietet wirklichen Schutz“, erklärt Friedrich. Wem kein Keller zur Verfügung steht, solle sich in einen möglichst tief liegenden Raum zurückziehen, der keine Fenster oder Türen nach draußen hat.

Wer trotzdem im Freien unterwegs ist, sollte seine Umgebung im Auge behalten. Der für Tornados typische Wolkenrüssel sowie seine Bewegungsrichtung ist meist gut erkennbar. Durch den recht kleinen Durchmesser und die eher langsame Fortbewegung sei ein Ausweichen oft noch gut möglich. Wer es dennoch nicht mehr rechtzeitig in ein Gebäude schafft, sollte sich von Bäumen und Hauswänden fernhalten, denn ihr Schutz ist trügerisch. Hier ist die Gefahr von sich lösenden Teilen zu groß. „Suchen Sie sich freies Gelände und legen Sie sich flach auf den Boden, am besten in eine Mulde“, rät Friedrich.

Ob es wirklich wieder zu Tornados kommt, bleibt abzuwarten. Spätestens in der Nacht zu Dienstag soll sich das Wetter aber wieder beruhigen. Dann ist nur noch mit Schauern zu rechnen.

Quelle: F.A.Z.
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