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Philippinischer Vulkan Taal

Nur der Vorbote einer größeren Katastrophe?

Von Horst Rademacher, San Francisco
Aktualisiert am 15.01.2020
 - 08:09
Die Erde bewegt sich: Straßen reißen in der Nähe des Vulkans auf
Der Vulkan Taal steht womöglich kurz vor einer Eruption. Doch er ist nur einer von vielen Vulkanen auf den Philippinen. Was macht die Region so gefährlich?

Die graue Asche, die seit Montag viele Zentimeter dick auf den Städten und Dörfern rund um den Taalsee auf der philippinischen Insel Luzon liegt, ist womöglich nur der Vorbote einer viel größeren Katastrophe. Mitarbeiter des Instituts für Vulkanologie und Seismologie des asiatischen Inselarchipels (Philvolcs) haben davor gewarnt, dass der in dem See gelegene Vulkan Taal bald mit einer gewaltigen Eruption ausbrechen könnte. Hunderte Risse in Felsen und Boden in der Umgebung des Vulkans seien Anzeichen für einen baldigen Ausbruch, warnte Philvolcs am Dienstag.

Dabei wäre mit ähnlichen Verwüstungen wie beim Ausbruch des nur 140 Kilometer vom Taal entfernten Pinatubo zu rechnen. Nach Jahrhunderten der Ruhe brach dieser Vulkan 1991 mit einer der schwersten Vulkaneruptionen aus, die es in den vergangenen 100 Jahren auf der Erde gab. Die Aschewolke wurde damals bis zu 50 Kilometer hoch in die Atmosphäre geschleudert, wo sie Sonnenuntergänge jahrelang purpurrot färbte.

25 aktive Vulkane

Im Gegensatz zum Pinatubo war allen bewusst, dass der Taal ein aktiver Vulkan ist. Seinen bisher letzten größeren Ausbruch hatte dieser Feuerberg 1977, nachdem es in den elf Jahren zuvor immer wieder zu Gas- und Asche-Emissionen gekommen war. Einem schweren Ausbruch im Jahre 1911 fielen mehr als 1300 Menschen zum Opfer. 1754 war der Taal monatelang aktiv.

Der Taal und der Pinatubo sind nicht die einzigen aktiven Feuerberge auf dem philippinischen Archipel. Die Mitarbeiter von Philvolcs überwachen 25 aktive Vulkane. Der etwa 300 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila gelegene Mayon ist mit 48 bekannten Eruptionen der aktivste, der Taal folgt mit 33 Ausbrüchen auf Platz zwei. Neben den gegenwärtig aktiven Vulkanen gibt es auf den Inseln mindestens weitere 30 Feuerberge, die in den vergangenen 10.000 Jahren aktiv waren.

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Zu dem intensiven Vulkanismus auf den Philippinen kommt es, weil der Archipel an einer besonderen Nahtstelle der Erdkruste liegt. Das Land gehört zum Pazifischen Feuerring. Unter den Philippinen stoßen aber gleichzeitig mehrere jener dicken Platten zusammen, die – wie ein sich dauernd bewegendes Puzzle – laufend die Erdkruste verformen und dabei Magma aus tieferen Erdschichten zutage treten lassen.

Unter dem größten Teil des Inselreichs schiebt sich, von Osten kommend, die Philippinische Platte unter die Sunda-Platte. Obwohl es sich bei diesen beiden Platten jeweils um Fragmente der größeren Pazifischen und Eurasischen Platten handelt, sind ihre Verschiebungen nicht minder folgenreich. So gibt es auf den Philippinen nicht nur die zahlreichen Vulkane, es kommt auch immer wieder zu schweren Erdbeben. Im nördlichen Teil von Luzon kehrt sich die relative Bewegung der Plattenfragmente allerdings um. Dort schiebt sich die Sunda-Platte unter die Philippinische Platte. Wie es zu dieser Umpolung der Bewegung kommt, ist noch weitgehend unerforscht. Der Pinatubo liegt exakt an dieser Umbruchstelle.

Obwohl der Taal nach den kleineren Ausbrüchen der vergangenen Tage nun besonders genau überwacht wird, können sich die Forscher des Philvolcs über die unmittelbare Zukunft nicht sicher sein. Ihre Vorhersagen beruhen nämlich meistens auf der seismischen Aktivität. Mit modernen Überwachungsnetzen lässt sich verfolgen, ob sich die Erdbebenherde unterhalb eines Vulkans verschieben. Wandern sie in flachere Schichten der Erdkruste, deutet das auf einen Aufstieg von Magma und damit auf eine mögliche Eruption hin. Bleibt die Lage der Herde dagegen stabil, oder wandern sie womöglich abwärts, scheint Magma entweder in der Kruste steckengeblieben zu sein, oder es zieht sich wieder in größere Tiefen zurück. In beiden Fällen ist ein unmittelbarer Ausbruch weniger wahrscheinlich. Allerdings gibt es auch viele Beispiele, in denen Vulkane völlig ohne Vorwarnung ausbrechen.

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Quelle: F.A.Z.
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